Zu viel des Guten …

Ist es Ihnen nicht auch schon passiert, dass Sie einen Standpunkt vertreten haben aber auch genau das Gegenteil hätten behaupten können?! Mir geht es immer dann so, wenn ich sehe, wie manchen Menschen Wahrheiten aus der bestimmten Situationen hernehmen, um damit ihr eigens Verhalten zu rechtfertigen – auch wenn es aus einem völlig anderen Beweggrund und in einer komplett anderen Situation ist …

Mir fällt es z.B. auf, dass für viele Dinge Hartnäckigkeit geschult und trainiert wird. Wann aber wird Hartnäckigkeit zur Penetranz? Wann wird Verständnis zur Ausrede dafür, nicht mehr in Führung zu gehen um unliebsame Entscheidungen zu treffen? Wann ist man von einer Sache so begeistert, dass man sich sprichwörtlich an offenen Türen den Kopf einrennt?

Viele bemerken gar nicht, dass ihr gegenüber schon offen ist, schon auf der Suche nach Alternativen, genervt vom All-Tag, gestresst ist und den Kopf voller Sorgen hat. Statt nun hinzuhören, aufmerksam zu sein, sich für den anderen zu interessieren – greifen sie voller Wucht und Energie an, platzen so mit ihre „Ratschlägen und tollen Lösungsmöglichkeiten“ heraus, formulieren es beinahe als Forderung („Wenn Du das nicht erkennst, dann…“), dass der Andere gar nicht anders kann als zurück zu schrecken. So verprellen wir unseren Gesprächspartner, der SO bereit gewesen wäre.

Manchmal ist also „zu viel Wind“ falsch und bewirkt das Gegenteil dessen, was für Alle vorteilhaft ist. Manchmal ist es wichtig, richtig „Gas zu geben“ … . Ausschließlich „Gas zu geben“ zeugt nicht nur davon übergriffig zu sein, meinen Gegenüber nicht zu (be-)achten, sondern vor allem eines: ICH KANN NICHTS ANDERES! Das ist also der Offenbarungseid jedes Marktschreiers. (K)Ein Schelm, dem manche Leute dazu einfallen…

Oftmals wünsche ich mir von vielen Gesprächspartnern mehr Feingefühl. Statt also auf die Technik gilt es also viel mehr auf den Sinn zu achten.

Aus diesem Grunde ist Menschen- und damit verbunden natürlich die Selbsterkenntnis – die einzige Alternative.

Gerne erwarte ich Eure Feedbacks 🙂

Dirk

Ein freier Mensch

Beginnen möchte ich mit einem Zitat von Albert Schweizer, dem ich in vollem Umfang zustimmen kann:

Ich will unter keinen Umständen ein Allerweltsmensch sein. Ich habe ein Recht darauf, aus dem Rahmen zu fallen – wenn ich es kann. Ich wünsche mir Chancen, nicht Sicherheiten. Ich will kein ausgehaltener Bürger sein, gedemütigt und abgestumpft, weil der Staat für mich sorgt. Ich will dem Risiko begegnen, mich nach etwas sehnen und es verwirklichen, Schiffbruch erleiden und Erfolge haben. Ich lehne es ab, mir den eigenen Antrieb mit einem Trinkgeld abkaufen zu lassen. Lieber will ich den Schwierigkeiten des Lebens entgegentreten, als ein gesichertes Dasein führen; lieber die gespannte Erregung des eigenen Erfolgs, statt die dumpfe Ruhe Utopiens. Ich will weder meine Freiheit gegen Wohltaten hergeben, noch meine Menschenwürde gegen milde Gaben. Ich habe gelernt, selbst für mich zu denken und zu handeln, der Welt gerade ins Gesicht zu sehen und zu bekennen, dies ist mein Werk.

Das alles ist gemeint, wenn wir sagen:  Ich bin ein freier Mensch.