Zu viel des Guten …

Ist es Ihnen nicht auch schon passiert, dass Sie einen Standpunkt vertreten haben aber auch genau das Gegenteil hätten behaupten können?! Mir geht es immer dann so, wenn ich sehe, wie manchen Menschen Wahrheiten aus der bestimmten Situationen hernehmen, um damit ihr eigens Verhalten zu rechtfertigen – auch wenn es aus einem völlig anderen Beweggrund und in einer komplett anderen Situation ist …

Mir fällt es z.B. auf, dass für viele Dinge Hartnäckigkeit geschult und trainiert wird. Wann aber wird Hartnäckigkeit zur Penetranz? Wann wird Verständnis zur Ausrede dafür, nicht mehr in Führung zu gehen um unliebsame Entscheidungen zu treffen? Wann ist man von einer Sache so begeistert, dass man sich sprichwörtlich an offenen Türen den Kopf einrennt?

Viele bemerken gar nicht, dass ihr gegenüber schon offen ist, schon auf der Suche nach Alternativen, genervt vom All-Tag, gestresst ist und den Kopf voller Sorgen hat. Statt nun hinzuhören, aufmerksam zu sein, sich für den anderen zu interessieren – greifen sie voller Wucht und Energie an, platzen so mit ihre „Ratschlägen und tollen Lösungsmöglichkeiten“ heraus, formulieren es beinahe als Forderung („Wenn Du das nicht erkennst, dann…“), dass der Andere gar nicht anders kann als zurück zu schrecken. So verprellen wir unseren Gesprächspartner, der SO bereit gewesen wäre.

Manchmal ist also „zu viel Wind“ falsch und bewirkt das Gegenteil dessen, was für Alle vorteilhaft ist. Manchmal ist es wichtig, richtig „Gas zu geben“ … . Ausschließlich „Gas zu geben“ zeugt nicht nur davon übergriffig zu sein, meinen Gegenüber nicht zu (be-)achten, sondern vor allem eines: ICH KANN NICHTS ANDERES! Das ist also der Offenbarungseid jedes Marktschreiers. (K)Ein Schelm, dem manche Leute dazu einfallen…

Oftmals wünsche ich mir von vielen Gesprächspartnern mehr Feingefühl. Statt also auf die Technik gilt es also viel mehr auf den Sinn zu achten.

Aus diesem Grunde ist Menschen- und damit verbunden natürlich die Selbsterkenntnis – die einzige Alternative.

Gerne erwarte ich Eure Feedbacks 🙂

Dirk

3 Kommentare zu „Zu viel des Guten …

  1. Hallo Dirk, vielen Dank für den bewegenden Artikel. Beim Lesen hab ich mich in vielen Punkten erkannt und bleibe mit meinem Kommentar daher bei mir: Ich frage mich oft, wie ich damit umgehen kann, wenn beim Zuhören sehr oft ein Film in meinem Kopf losläuft, der mich vom bewussten Zuhören ablenkt. Die Frage, die ich mir stelle: Hängt dies an Emotionen, die in mir nicht gelöst sind bzw. nicht gefestigt sind…?

    1. Hallo Markus,
      darauf hier eine Antwort zu geben ist unmöglich – aber sicher ist die von Dir angesprochene Richtung eine mehr als denkbare Möglichkeit. Nur geht es hier nicht um „nicht gelöste bzw. gefestigte“ Emotionen sondern um Reaktivierung alter Muster bzw./ und zu große Fokussierung auf eigene Ziele. Je mehr wir im Fokus sind (das hat nichts mit „im flow sein“ zu tun) desto „enger“ wird unser Wahrnehmungskanal … Irgendwie klar?!
      In diesem Beitrag geht es insbesondere um diejenigen, die andere „überrennen“ und sagar noch sagen, sie seinen „hartnäckig“ oder nur „begeisternd“ …

  2. Hallo Dirk, wenn ich das lese zieht sich in mir alles wie nach einem Biss in die Zitrone zusammen, nicht anders habe ich angefangen und auch hartnäckig durchgehalten. Es hat ein ganzes Jahr gedauert bis ich das begriffen habe so wird das nie was. Irgendwann kann sich aber jeder noch entwickeln. Danke für deine Bloggs sie mir helfen sehr und sind ein gutes Tool

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