Der Quatsch mit den „richtigen/ positiven“ Gefühlen

Es wird so viel über die „positiven“ und „negativen“ Gefühle geschrieben/ gepostet, dass ich mir gerade überlegt habe, darüber einmal ein paar Worte zu verlieren.

Grundsätzlich sollten wir feststellen, dass es so etwas wie positive oder negative Gefühle im Grunde gar nicht gibt! Auch Gedanken sind per se erst einmal weder positiv noch negativ – sie bewirken einfach etwas! WIR sind diejenigen, die durch unsere Brille gewisse Situationen deuten und sie dann mit „Vorzeichen“ versehen. Ein Beispiel? Der Partner (oder die Partnerin) verlässt uns – das an sich ist erst einmal ein Fakt, keine Gefühle, keine Gedanken; er/ sie ist einfach weg!

Wie wir das nun erleben, das ist individuell und kann völlig unterschiedlich sein:

Der/ die Eine ist zu Tode betrübt, denkt, dass er/ sie nicht mehr ohne den/ die Andere leben kann, hängt wochenlang herum … bläst Trübsal … alles ist mies…

Der/ die Andere fühlt sich befreit, feiert eventuell ein Party und teilt Allen mit „Endlich wieder frei“, er/ sie fühlt, als wenn eine Last weg ist … alles ist irgendwie wieder freundlicher … er/ sie hat mehr Aktivität und Lust am Leben …

Was ist nun „positiv“ und was ist „negativ“? Es wird jeder erkennen, dass das eine individuelle Betrachtung ist. Natürlich gibt es bestimmte Umstände, die uns dazu neigend machen in die ein oder andere Richtung zu gehen. Fakt bei all diesen unterschiedlichen „Geschichten“ ist aber, dass es einfach so ist wie es ist!

Der Himmel ist blau – oder verhangen – oder es regnet …

Man hat zur Zeit Sorgen mit den Kindern …

Kurzarbeit ist angekündigt …

Man hat die Kündigung der Wohnung bekommen …

Man hat Geld verloren …

ALLES sind erst einmal Fakten. Kennen Sie nicht die Leute, die sich über wirklich jedes Wetter beschweren? Im Sommer ist es zu heiß, im Winter zu kalt, es regnet zu viel, zu wenig …

Kümmert man sich gerade in der Zeit, in der die Kindern „Sorgen machen“ sich nicht viel intensiver mit diesem Thema? Versetzen wir uns dadurch nicht viel eher in die Lage unserer Kinder? Haben wir bei Kurzarbeit nicht viel mehr Zeit für uns – uns zu überlegen ob das, was wir da beruflich ausüben überhaupt noch Spaß macht oder Sinn hat? Lernen wir durch einen Umzug nicht neue Leute kennen, die unsere Leben neu befruchten können? Kann es sein, dass uns dieser Verlust wieder anregt wieder aktiver zu sein, neue Möglichkeiten aufzutun, die für unser späteres Leben enorm wichtig sind?

Es gibt keine negativen Gedanken und keine negativen Gefühle! Es gibt nur Gedanken und Gefühle, die entweder nicht zu der Situation passen oder eben unbewusst uns in eine Richtung bringen, die wir nicht wollen! Zu weinen ist weder positiv noch negativ – es kommt auf die Situation an! Zu lachen ist weder positiv noch negativ – es kommt auf die Situation an! Auf einer Beerdigung laut zu lachen ist genauso unangebracht, wie nur deswegen zu weinen, um andere Menschen zu manipulieren!

Als negativ/ schlecht betrachten wir Gedanken immer dann, wenn sie destruktiv eingesetzt werden. Als negativ/ schlecht betrachten wir Emotionen dann, wenn wir sie als nicht aufbauend empfinden.

Trauer ist aber unbedingt notwendig um gewisse Reinigungsprozesse zu durchlaufen, die Seele wieder zu befreien, zu reinigen!

„Negativ“ hat also immer etwas damit zu tun, etwas nicht zu verstehen oder nicht wahr haben zu wollen! Es hat etwas mit Widerstand zu tun!

Kommen wir auf den/ die „Verlassene/n“ zurück. Was will er/ sie nicht wahr haben? Dass er/ sie nicht mehr auf sich geachtet hat? Dass es ihm/ ihr wichtiger war den eigenen Willen einzusetzen, statt eine erfüllte Partnerschaf zu leben? Dass ihm/ ihr der Job wichtiger war als der/ die Partner/in? Dass er/ sie einfach nicht mehr zugehört hat?!?!

Wir sollten anfangen, nicht immer alles gleich „positiv“ oder „negativ“ zu beurteilen, sondern herausfinden, was uns diese Situation zeigen will! Was kann ich hier lernen? Worauf will mich das Leben aufmerksam machen?!

Dann sind auch die schwierigsten Probleme auf einmal herausfordernde Situationen! Dann wird Angst zur Herausforderung! Dann wird das kindliche „gut“ oder „schlecht“ zum erwachsenen (mache sagen auch erwachtem) Herangehen, als neutral – als vom Leben geschickte Chance!

Hier verweise ich gerne auf meinen gestrigen Blog! Die Hölle ist kein Ort sondern ein Bewusstseinszustand!

Buddhisten sagen hier so schön: Anhaftung! Je mehr wir an Menschen, Situationen oder auch Gegenständen „angehaftet“ sind, desto eher gehen wir in die Falle von Gut und Schlecht!

Aber haben wir aus der Perspektive nicht alle schon Situationen erlebt, die – damals – absolut negativ erschienen, im Nachhinein für unseren weiteren Lebensweg absolut entscheidend und wichtig waren?!

Also – falls wieder einmal etwas negativ erscheint – atmen – überlegen – sich von den eigenen Emotionen distanzieren … und agieren!

Euch allen eine gute Zeit

Dirk

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Ein Gedanke zu “Der Quatsch mit den „richtigen/ positiven“ Gefühlen

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