Position beziehen!

Wir alle kennen die Situation sich „Türchen offen“ zu lassen. Darüber habe ich in einem meiner letzten Blog´s geschrieben und möchte auf die Vor- und Nachteile an dieser Stelle nicht weiter eingehen. Aber wir lassen uns aus den verschiedensten Gründen diese Möglichkeiten offen – eventuell auch, um sich einen persönlichen Vorteil nicht entgehen zu lassen…

Welcher Selbständige kennt es nicht: es werden einem Aufträge angeboten, die man „eigentlich“ nicht machen will – aber man verdient halt daran. Da wird eine Person von einem Rechtsanwalt verteidigt, obwohl beide wissen, dass er schuldig ist – warum? Um Geld zu verdienen … . Da verschreibt ein Arzt Medikamente von denen er weiß, dass sie viele Nebenwirkungen haben -warum? Evtl. will er ja die Quartalszahlen erreichen … . Da geht ein Trainer zu einem Unternehmen, von dem er weiß, dass es unethisch arbeitet und andere ausnutzt oder gibt sich als neutral (ist es aber nicht)aus – warum? Weil er seine Tagessätze bekommt und evtl. dadurch neue Partner gewinnt. Rechtlich ist dies alles sicher klar und deutlich und in keinem Fall angreifbar – aber moralisch?!

Besonders „interessant“ wird es, wenn „ein Trainer“ dann auch für die anderen Unternehmen arbeitet – so  nach dem Motto: „Als Söldner arbeite ich für denjenigen, der mich bezahlt! Je mehr Firmen, desto höher die Anzahl der Aufträge…“

Sicher ist es etwas anderes, wenn ein Schreiner einen Schrank für eine Person baut, die er nicht mag oder eine Bedienung einer Person hilft, der sie aufgrund ihres herablassenden Verhaltens normalerweise meiden würde. Ich rede hier von den „moralischen“ Aspekten. Wir alle SIND anderen Menschen (und ja – auch unseren Kindern!) Vorbild in dem was wir tun! Wie kann ich über Moral „predigen“, Anstand erwarten, wenn ich selbst andere Maßstäbe an mich setze?! Wie kann ich die Nase rümpfen, wenn im Fernsehn eine sonst aufrichtige und ehrbare evangelische Bischöfin öffentlich verurteilt wird weil sie etwas getrunken hat und Auto gefahren ist – wenn ich es selbst tue?! Wie scheinheilig …

Es gibt einen Unterschied zwischen moralischem und gesetzlichem Recht! Alles was gesetzlich erlaubt ist, ist noch lange nicht moralisch einwandfrei! Und wir meisten Menschen haben ein gutes Gefühl (zumindest anfänglich), wenn es darum geht, hier eine Grenzlinie zu ziehen. ACHTET DARAUF!

Wenn wir die Welt zu einem besseren Paltz FÜR ALLE machen wollen, dann sind die moralischen Werte höher anzusiedeln als die gesetzlichen (denn diese sind in einer gesunden Moral enthalten), dann ist das Gemeinwohl, die Fairness, Offenheit und die Unterstützung mehr wert als der über alle Maßen so gepriesene persönliche Gewinn! Dann degradieren wir uns selbst zu einer Spezies der Vampire. 

Bitte richtig verstehen: Ich liebe es viel Geld zu verdienen – denn damit kann man viel Positives bewirken!

Trotzdem: DER ERFOLG RECHTFERTIGT EBEN NICHT DIE MITTEL! Und deswegen ist es nicht nur schlau darauf zu achten DAS jemand viel Geld verdient hat, sondern auch WIE!

Was ich tue, ist, für eben diese humanen, wert-vollen, unterstützenden, gegenseitig respektierenden, auf Vertrauen und gegeseitigem Respekt aufbauenden Werte und Handlungsweisen einzustehen – EGAL WO! Denn Licht dahin zu bringen wo Licht ist – das ist einfach! Licht in die Dunkelheit zu bringen – das ist herausfordernd.   

Deshalb beziehe ich Stellung:

– Ich werde NICHT für Unternehmen arbeiten, von denen ich weiß, dass sie ihren Erfolg auf der Verunglimpfung Anderer aufbauen um mich als Alibi zu benutzen

– Ich werde NICHT für Personen tätig, denen es lediglich darum geht, ihren Reichtum auf Kosten anderer zu vermehren

– Ich werde KEINEN Menschen coachen, dem es nur darum geht Macht und Ansehen zu erlangen um diese für egoistische Zwecke auszunutzen 

– Ich werde für KEINE Firma aktiv, wenn sie von mir wünscht/ verlangt, Aussagen zu tätigen, hinter denen ich nicht zu 100 % stehen kann und nur dem eigenen „glanzvollen Schein“ dienen

– Ich werde KEINEN Auftrag annehmen, in dem es darum geht, mich lediglich als „Referenz der eigenen Qualität im Bereich der Menschlichkeit in dieser Branche“ herzunehmen, aber konträre Inhalte zu vermitteln

Natürlich verzichte da auf einen großen Teil möglicher Auftraggeber! Aber sind uns die Menschen, die niemals Stellung beziehen um dann hinterher nicht dafür zur Rede gestellt zu werden, ein Greuel? Kennen wir nicht alle die wortgewaltigen Aussagen von Politikern/ Führungskräften, die sich alle Türen offen lassen, um sich im Nachhinein immer herausreden zu können? Wie billig!

Die Frage ist aber doch nur: IN WELCHER WELT MÖCHTE ICH LEBEN?! Da verzichte ich doch lieber auf öffentlichen Applaus (der dann sowieso nicht ernst gemeint ist), auf Tausende von Euros (die dazu dienen mein Gewissen zu beruhigen) oder falsche Freunde!

Stellt euch einmal vor: Es gibt ein Konto im Himmel – auch da kann man einzahlen und abheben! Man kann da nicht vor Gericht gehen, nein, die Moral weiß, wann man abhebt oder einzahlt! Es ist eventuell eine „blauäugige“ Sichtweise – aber ich lebe gut damit, kann besser schlafen, brauche mich nicht sonstwo verstecken – und kann dem Leben offen begegnen!

Je mehr wir alle Stellung beziehen: Berater, Trainer, Führungskräfte, und ja, auch Politiker, Mütter, Väter, Lehrer, Anwälte uvm. – desto mehr verändern wir das gesamte Feld, unsere Umgebung!

Es geht hier nicht darum, „neutral“ zu sein und „die Guten ins Töpfchen und die Schlechten ins Kröpfchen“ zu werfen – es geht NICHT darum zu verurteilen(!!!) es geht darum für eine Sache einzustehen!

Also- lasst uns Rückgrat zeigen, denn wir wollen doch nicht für Geld jeden Preis zahlen, oder?!

Alles Gute

Dirk (Jakob)

7 Kommentare zu „Position beziehen!

  1. Ich stimme Dir uneingeschränkt zu Dirk.
    Jedoch ist es gerade für die angesprochenen Unternehmer oft schwierig, dies im Tagesgeschäft auch umzusetzen. Denn gerade als Mittelständler in klassischen Handwerksbetrieben ist es häufig eine Frage von „geben und nehmen“, sich im Umfeld der Mitbewerber zu behaupten. Wenn ich dann Aufträge ablehne kann es durchaus schnell mal sein, das darunter nicht nur mein eigenes Einkommen leidet, sondern auch die von mir geschaffenen Arbeitsplätze gefährdet werden.
    Umso mehr Respekt zolle ich denjenigen, die die Gratwanderung in der heutigen – von Verflechtungen und Schieberei geprägten Mittelstandsszene geprägten – Zeit trotzdem hinbekommen..!

  2. Hallo Dirk, ich gebe dir uneingeschrenkt recht, habe diese Fehler gemacht, muß es noch eine Weile ausbaden, habe mich Gott sei Dank dabei nie verbiegen müßen, Lügen verweigert. Es geht nur um die Menschlichkeit die dort auf der Strecke geblieben ist und der pure Kommerzgedanke auf dem Rücken der Mitarbeiter. Ebenso Gott sei Dank gibt es Gott und Big Five for Life.
    Das mir klare Wege in meinem Leben aufgezeigt hat und aufzeigt. Damit ich deine
    Stellungnahme genauso unterschreiben kann.
    Alles was wir mit Liebe tun hat Bestand

  3. Lieber Dirk,
    Respekt und Anerkennung für die öffentlich Stellungnahme.
    In der Regel lasse ich keinen Kommentar, schon gar nicht bei Dir, konnte dich lange
    überhaupt nicht leiden. Das ist ein anderes Thema hängt sicherlich mit deiner

    Einstellung, deiner Ehrlichkeit und „du machst dein Ding“ zusammen. Einfach
    ausgedrückt „Neid“.
    Nun das Thema hat mich angesprochen und es bedeutet mir viel, Dir meine Anerkennung
    und Unterstützung auszusprechen.
    Ich kenne das, fuer Geld und Lob zu arbeiten.
    War Jahrelang als IT Consultant unterwegs und da weht ein eiskalter Wind.
    Ich bin jedem Kunden gerecht geworden egal wie unsympatisch er mir persönlich war,
    welche Branche, welche Ziele er verfolgt hat.
    Noch schlimmer ich habe eine Gabe entwickelt mich innerhalb kurzer Zeit so zu
    verhalten, dass es dem Kunden „geschmeckt“ hat.
    Habe ALLES gegeben (Zeit, Gesundheit) und viel verloren, meinen Standpunkt,

    Ehrlichkeit oder wie ich das auch nenne.
    Was ich jetzt sagen kann: Täglich in geistig gebückter Stellung zu arbeiten macht

    einen krummen „Rücken“. Den Geist/Seele am Boden zu halten und Körperlich aufrecht

    gehen geht nicht.
    Schade das es so wenige bisher begriffen haben und auch umsetzen.
    Du bist einer davon !,
    Grüsse Michael

  4. Lieber Dirk,
    mein verstorbener Mann hat seine Postition als Börenmakler aus ethischen Gründen aufgegeben und ich war damit einverstanden. Wir hatten dadurch große finanzielle Schwierigkeiten bekommen. Heute bin ich immer noch stolz auf meinen Mann, dass er diese Größe hatte und diesm Sytem NEIN zu sagen.
    Ich wünsche uns ALLEN diese Größe.
    Danke für Deinen Beitrag.

  5. Hallo Dirk
    ich finde es sehr gut, dass du offen und ehrlich aussprichst, was du empfindest und was für dich wichtig ist. Es zeigt, dass du dir auch über deinen ZDE (Zweck der Existenz) und Big Five for Life im Klaren bist. Stellung kann nur beziehen, wer irgendwo steht und weiss, wohin er geht. Super! Danke.

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