Wenn nichts geht – geht nichts!

Manchmal will ich zu viel! Das macht sich auf den unterschiedlichsten Ebenen bemerkbar: Ich „will“, dass eine bestimmte Person doch versteht, dass sie nicht so agieren kann, als wenn sie der einzige Mensch auf der Welt ist (sich aber beschwert, dass keiner sie versteht). Ich „will“, dass mein Gegenüber doch erkennt, dass er sich durch sein Verhalten selbst schadet, er gegen seine eigenen Grundsätze verstößt, dass er – um eben den Erfolg zu haben, den er angeblich haben möchte – sich nicht generell gegen Neues stellen kann … (er aber Alles und Jeden für seine – meist finanzielle Misere – verantwortlich macht), er doch nicht wirklich so argumentieren kann, wie er es tut … . Ich möchte einfach nicht einsehen, dass an einem bestimmten Punkt Ende ist!

Ich wünsche mir so sehr, dass meine Vorstellung von dem, was eine fruchtbare Zusammenarbeit ausmacht (um nur einige zu nennen: Respekt, Verantwortlichkeit, Verständnis, Fachwissen und Loyalität) der Gegenüber auch so sieht, damit ich die Vorstellung von dem, was wir uns für uns in der Zukunft gewünscht haben, auch Realität wird und ich es nicht „platzen lassen muss“…

Ich will, ich wünsche und ich möchte – manchmal scheinbar zu viel!

Aber ist es nicht schwierig herauszufinden, wann es eben „zu viel“ ist? Wo ist der Unterschied zwischen Hartnäckigkeit und Penetranz? Wo zwischen „die Wahl lassen“ und „Grenzen vorgeben“? Wo zwischen „sich um den Anderen bemühen“ und „bemuttern“ oder sogar „beschützen“ um sich dann sagen zu lassen „lass das meine Entscheidung sein“!?

Einer meiner Leitsätze lautet: „Es nützt nichts nur ein guter Mensch zu sein wenn man nichts dafür tut.“ Danach handele ich auch und es ist für mich ein andauernder Prozeß. Mit einigen Menschen mit denen ich mich unterhalte und die auch viel mit anderen zusammenarbeiten, stelle ich fest, dass ab einem gewissen Punkt Zynismus einsetzt. Dieser Zynismus „Die haben es nicht anders verdient“ oder „Ich bin es leid, dass…“ ist nichts anderes als Selbstschutz – und manchmal tappe ich auch in diese (Schutz-)Falle.

Warum Selbstschutz? ... weil man eben den Schmerz nicht mehr ertragen kann/ möchte! Welchen Schmerz? Ent-Täuschung; geplatzte Hoffnungen; eine verlorengegangene Zukunft bzw. eine, die nicht stattfindet; Verlust von Menschen, von denen man dachte, es seien Freunde, die Verständnis haben und einen ähnlichen Weg gehen usw. ; die Liste ist lang…

Es gibt aber auch noch andere Verhaltensweisen, um diesen Schmerz nicht zu fühlen: man kann z.B. zum menschenverachtenden Manipulator (der- oder diejenige, der/ die Menschen nur noch dazu nutzt um eigene Ziele zu erreichen und das z.B. mit der „Haifischmentalität“ verteidigt) werden. Gern genommen wird auch die Haltung des Kontrollators (derjenige, der anderen erst dann vertraut, wenn sie es ihm „bewiesen haben, dass sie es wert sind“ – damit sind sie immer in der urteilenden, wertenden Position) oder – auch oft gesehen – der Frustrierte (diejenigen, die sagen, dass „sie es doch versucht haben, es aber sowieso nichts nützt/ man Menschen nicht ändern kann“) die Machtmenschen (die sich dann sagen „Es geht nur so wie ICH es sage – sonst mache ich da nicht mit“) oder andere Spielarten.

Es geht auch nicht so sehr darum, hier alles aufzulisten was möglich ist. Es geht vor allem darum loszulassen und zu sagen „Es geht nicht – … .“ Ja, die Gefahr besteht dann eben in Muster zu fallen – aber ES IST UNSERE AUFGABE weiterhin auf unsere Umwelt mit sämtlichen Aspekten, unser Gegenüber und natürlich auch uns selbst zu achten. Wir sollten uns auch nicht antrainieren „nichts mehr zu fühlen“ oder „Gefühle abzuschalten“; nein, es ist wichtig genau das wahrzunehmen, damit man sich selbst überprüfen kann. Denn hier liegt ein Schatz begraben – etwas, was wir lernen können!

Also, lasst uns in Aufmerksamkeit bleiben, im JETZT und registrieren, dass wir es sind, die sich diesen Schmerz zufügen und nicht der/ die Andere! Es ist MEIN Traum der platzt, MEINE Hoffnung die zerbirst (s.o.) …

Dafür brauchen wir Mut, Klarheit und Einsicht – die wünsche ich uns allen, wenn wir mal wieder „zu viel wollen“!

Ihr/ Euer

Dirk (Jakob)

PS: In diesem Zusammenhang empfehle ich Euch die Desiderata, die ich in diesem Blog hochgeladen habe und die Ihr Euch anhören könnt.

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