ADHS – und nun?!

Eines vorweg: Dieser Blog hat keinen Anspruch eines „medizinischen Gutachtens“ oder ähnliches – ich schreibe hier lediglich meine Meinung und verfüge über langjährige Erfahrung zu diesem Thema!

Ich bin davon überzeugt, dass fast alle Leser hier Menschen kennen, deren Kinder „angeblich“ unter ADHS „leiden“. Warum setze ich diese 2 Wörter in Anführungszeichen?

Man sagt, dass mittlerweile über 1 Million Kinder ADS haben – kann das sein? Wer leidet denn besonders? Sind es nicht diejenigen, die „anders sind“ als diejenigen, denen diese „Krankheit“ bescheinigt wird? Sind es nicht besonders die „Fachleute“ und mache Lehrer und KindergärtnerInnen, die einen gewissen „Standart“ festlegen, wie sich ein Kind zu benehmen hat? Oder noch schlimmer: die Eltern, die sich nicht mit dem Kind beschäftigen und denen es „nicht in den Kram passt“, wie sich ihr Kind benimmt (wobei ich gerne zugebe, dass es manchmal kaum auszuhalten war)?!

Ist der Betroffene „lebendiger“, „creativer“ oder „hat mehr Energie, die nicht abgerufen wird“, fühlt sich „unterfordert“ oder will sich einfach nicht in das „normale Konzept“ stecken lassen – dann wird in der Regel ADS oder ADHS diagnostiziert.

Zuerst einmal sei gesagt, dass ich als Vater selbst die Diagnose eines bekannten Kinderarztes gehört habe, der mir mitteilte: „Ihr Kind hat ADHS – und ich verschreibe ihm jetzt Ritalin“ – ich bin also selbst betroffen. Das wirklich Verrückte an der „Diagnose“ war, dass er meinen Sohn gar nicht untersucht hat, sondern dies aufgrund eines Fragebogens – der damals auch von der Kindergärtnerin ausgefüllt wurde – feststellte. „Neben dem Medikament sollte er noch psychologisch betreut werden – aber dafür haben wir hier keine zeitlichen Ressourcen mehr. Ich kenne auch keine anderen Kinderpsychologen, die noch freie Zeit haben – da wäre erst in 12 – 18 Monaten wieder was frei.“ Na fein!

Ich verstand nicht, wie so etwas sein kann: eine „Diagnose“ stellen, ohne den „Patienten“ überhaupt zu SEHEN! Und ich verstand auch nicht, wie man ein solch gefährliches und umstrittenes Medikament „einfach so“ verabreichen sollte. Bei Ritalin handelt es sich um ein Psychostimulans und es unterliegt dem Betäubungsmittelgesetz – in der Drogenszene wird es auch „gern genommen“ und es als „Speed“ oder allgemeines Aufputschmittel „eingeschmissen“. Ja es ist sogar so, das Jugendliche und Studenten, die unter enormen Lerndruck stehen und sich wachhalten wollen, freiwillig zu diesen Mitteln greifen – Leistungsdruck pur! WAHNSINN!

Dieses Mittel wirkt also bei „hyperaktiven“ Kindern gegenteilig – statt sie noch mehr aufzuputschen, wirkt es eher als Beruhigungsmittel. Plus und Plus ergibt Minus …

Sehr aktive Kinder (viele kennen das Märchen vom Struwwelpeter) brauchen einfach größere Herausforderungen: ob sie körperlicher (z.B. durch intensiven Sport), geistiger (z.B. durch höhere Anforderungen damit keine Langeweile aufkommt) oder emotionaler (z.B. Aktivitäten im Mannschaften, Gruppen oder anderen sozialen Gemeinschaften wie Theatergruppen) Art sind! Eventuell sogar eine Kombination aller dieser  Aktivitäten und/ oder einer Untersuchung der Essgewohnheiten! So haben wir z.B. festgestellt, das raffinierter Zucker Gift für diese Kinder ist – aber gerade da sind sie wie Junkies auf der Suche nach der nächsten Süßigkeit!

Damit will ich nicht sagen, dass es in AUSNAHMEFÄLLEN einmal helfen kann, Ritalin oder ein ähnliches Produkt zu verschreiben – aber es KANN NICHT SEIN, dass es die Regel ist! Wenn ich Vorstand eines Pharmakonzern wäre, der solch ein Mittel herstellt, würde ich wahrscheinlich anders argumentieren …

Ja, wir haben eine gewisse Zeit probiert ihm dieses Mittel zu verabreichen, da man uns sogar mit seiner Versetzung in die Sonderschule drohte (nach einem Test wurde festgestellt, dass er einen IQ von 138 hat) und sich das Jugendamt einschaltete, als ich mich lange Zeit geweigert habe ihm dieses Mittel zu verabreichen. Aber als wir gesehen haben, welche Veränderungsprozesse stattgefunden haben ( er war nach der Einnahme dieses „Medikaments“ wie paralysiert) wussten wir: DAS KANN KEINE LÖSUNG SEIN!

Wir als Eltern waren auf der Suche nach einer Lösung! Wir wollten an die „Wurzel“ um zu sehen, wie wir alle damit umgehen können, denn auch unserem Sohn ging es nicht gut damit!

Was soll ich sagen: Wir sind umgezogen, haben uns professionelle Hilfe geholt und nie mehr solche pharmazeutischen Mittel eingesetzt ohne die es nach Ansicht der Ärzte gar nicht möglich ist. Es war über Jahre hinweg sehr herausfordernd und unser Sohn hat einen wirklich nicht üblichen (Schul-)Weg von der Grund- zur Realschule mit Schulrausschmiss, Besuch der Volksschule, Wiedereinstieg in die Realschule mit gutem Abschluss und nun auf einem Gymnasium auf dem Weg zum Abitur. Wir waren oft verzweifelt – aber es hat sich gelohnt.

Mit 16 wurde er Klassen- und Schulsprecher, stellte sich zur Wahl und ist jetzt Abgeordneter seiner Altersklasse im Stadtparlament. Er genießt großes Ansehen – macht aber genau so viel Blödsinn wie es eben ein 16- jähriger macht! Er will jetzt seinen (Auto-)Führerschein machen und ich kenne keinen Jugendlichen, der – wenn er sich einmal etwas vorgenommen hat – mit solcher Konsequenz handelt! Aber es ist immer SEIN Entschluss, nicht meiner!

Es GIBT also Alternativen – und lassen Sie sich nichts erzählen! Es geht vor allem darum, diesen Kindern die Möglichkeit zu geben, dass sie erkennen und ausprobieren können, wie sie mit dieser Energie umgehen sollen/ können! Und da ist oftmals eine klare, unterstützende und KONSEQUENTE Struktur dringend notwendig! Da sind besonders die Eltern und das das Umfeld gefordert! GEBT DIESEN KIDS EINEN RAHMEN!

Nicht durch Pharmazeutika unterdrücken, sondern anschauen und lernen es in die gewollten Bahnen zu lenken!

In dieser Woche haben wir uns vorgenommen ein Buch zu veröffentlichen um nicht nur SEINE Sicht der Dinge zu erläutern, sondern auch (anderen Betroffenen)Hilfestellung zu geben. Wir werden bei Interesse Abendveranstaltungen anbieten … . Denn wenn wir nichts tun – dann tun es andere!

Was meinen SIE?!

Ihr/ Euer

Dirk (Jakob)

24 Kommentare zu „ADHS – und nun?!

  1. Lieber Dirk!
    Diese Buch werde ich auf jeden Fall kaufen!
    Vielen Dank das Du die Welt an Deiner/Eurer Erfahrung teilhaben lässt!
    Liebe Grüße, Lucy

  2. hallo Dirk, ich bin auch keine betroffene Mutter, doch ich kenne einige Eltern – die eben dem ärztlichen Rat folgen.., aus Verzweiflung wahrscheinlich.
    Ich werde dein Buch auf jeden Fall kaufen und auch den Vortrag weiter empfehlen.
    herzliche Grüße vom See
    Nina

  3. Lieber Dirk,

    nachdem ich Deinen Beitrag gelesen habe, fällt mir ein Zusatz aus meiner gestrigen Mail an Dich wieder ein:

    „Ich bin gespannt wie sich unsere Wege entwickeln.“

    Jetzt kann ich nur schreiben, dass ich gespannt bin wie Du dieses Projekt angehst und umsetzt, eine wirklich tolle Sache!

    Liebe Grüße aus Wiesbaden, Michael

  4. Lieber Dirk,

    danke für Ihre Offenheit und Ihren Mut, dieses „heiße Thema“ in dieser Form anzupacken.

    Gerne möchte ich mich per Mail weiter mit Ihnen austauschen. Ich freue mich, von Ihnen zu lesen.

    Vor einem Jahr bin ich mit QE (Quantum Entrainment) von Dr. Frank Kinslow in Berührung gekommen und halte das für eine sehr hilfreiche, unkomplizierte und schnell erlernbare Methode für alle Beteiligten.

    Ihr Erleben mit Ihrem Sohn deckt sich in etwas mit meinem Erleben mit meinem Sohn …

    Herzliche Grüße,

    Heike

  5. Lieber Dirk

    Danke für diesen Beitrag! Du sprichst mir aus dem Herzen. Ich bin zwar als vierfache Mutter nicht direkt betroffen, sehe aber berufshalber, wie gross der Druck auf die Eltern ist.

    Hut ab, für alle Eltern die sich auf ihre Intuition verlassen und nicht den Druck erlegen von Menschen die ihr Kind weniger gut kennen…

    Sonnige Grüsse

    Karen

  6. hallo,

    ja, solche „fern“diagnosen gibt es. das ist schlimm und im grunde peinlich – für die ärzte.

    doch dieses medikament – es ist kein einziger dokumntierter todesfall bekannt! (im gegensatz zu paracetamol, frei verkäuflich, eigenlich für kinder nicht zugelassen – das kann jeder für sich selber recherchieren!)

    ich bin als schwere adHs-lerin leider erst mit anfang 30 diagnostiziert und behandelt worden – mit dem einzi anerkannten und empfohlenen behandlungsstandard: medikamente, therapie UND selbstinformation! ich nehme seit fast 20 jahren „ritalin“ – ohne irgendeine nebenwirkung! aber die hauptwirkung: ich bin seitdem so, wie ich dachte, dass ich bin: immer noch kreativ, lustig, doch ich kann das, was ich will heute auch machen.

    dass ritalin unter das btmg fällt – ein fast absurde geschichte. dass es für erwachsene nicht zugelassen ist, noch viel schlimmer.

    doch eine *sorgfältige* diagnose und achtsame behandlung – richtig. es isst ein irrglaube, dass alle ad/h/s habeb – dennoch, nach sorgfältiger persönlicher eigen- und fremdbeurteilung kann es heute relativ gut festgstellt werden.

    und aus dem bericht oben entnehme ich deutlich, es ist weder sorgfältig gearbeitet worden noch eben ganz andere auslöser für ad/h/s- ähnliche symptome – wie z.b. hochbegabung abgeklärt worden.

    und das ist traurig: für die, die eben _kein_ adhs haben, jedoch auch für die, die es haben und darunter schwer leiden! und ich, bin beides – und dann macht es richtig spass….

    insofern – bitte, sorgfalt und aufklärung. und wenn das kind oder der erwachsene „wie pralysiert“ ist, dann wurde nicht ordentlich ärztlicherseits gearbeitet! das heisst nicht, dass die diagnose falsch oder richtig ist – nur der falsche, schlampige behandler. doch es gibt gute!

    1. das sehe ich auch so ! Auserdem ist ADHS eine Stoffwechselstöhrung im Gehirn. Die fehlenden Botenstoffe werden durch Methylphenidat ( Ritalin o.ähnl ) ausgeglichen. Einem Diabetiker z.B. würde man auch keine Medikamente ausreden !

      1. Das mit den fehlenden Botenstoffen hat man mir auch versucht zu erklären – aber ES KANN NICHT STIMMEN, denn wie könnten so viele Kinder gesunden, wenn sie diese Mittel nicht verabreicht bekommen?!

        Fest steht, dass ich MEHR Kinder kenne, die ohne Ritalin wieder „gesund“ wurden als welche, die es mit Ritalin geschafft haben. Es wurde mit dem Mittel zwar Verhaltensweisen unterdrückt, aber geheilt wurde in kaum irgendwelchen Fällen, da nicht an der Ursache gearbeitet wurde… nach dem Motto: Pflaster drauf, dann sieht man die Wunde nicht mehr.

      2. hm…nein es stimmt ja auch nicht das botenstoffe fehlen.das problem ist das ausgesendete botenstoffe von einer zelle so schnell aufgenommen werden das die nächste nichtmehr genügend aufnehmen kann.mph reguliert dieses problem. mehr nicht.
        eine behandlung mit mph allein bringt auch keinen dauerhaften erfolg, es dient dazu kindern als vorübergehende „krücke“ zu dienen.hauptbestandteil ist und bleibt immernoch die therapie,diese gestaltet sich mit mph als schneller effektiv. desweiteren kann man kinder die unter starkem leidensdruck stehen so schneller helfen.
        desweiteren werden ads kinder nicht gesund…sie lernen nur damit umzugehen. da kann ich aus erfahrung berichten,denn ich habe selbst ads und 2 meiner kinder auch.wir haben es bei einem kind nur mit therapie hinbekommen beim anderen nur mit mph und therapie.
        das was man als „heilung“ empfindet ist lediglich die tatsache das bei vielen adhs kindern in der pubertät die hyperaktivität verschwindet.

      3. Danke – und Wahnsinn, wie viel Informationen nur durch diesen Blog geteilt werden können.

        Wenn allein die Verschreibung dieser Pharmazeutika an eine Therapie gekoppelt sein muss – dass wäre schon ein toller Erfolg. Es scheint aber in fast allen Städten der Fall zu sein, dass es viel zu wenig Therapeuten gibt, die sich fachkundig um diese Kinder kümmern (können). Und da grenzt es schon fast an Körperverletzung, einfach nur das Mittel zu verschreiben und keine Therapie anzubieten … so war es in jedem Fall bei uns und ich kenne viele ähnliche Fälle.

      4. es ist völlig richtig das wir einen gravierenden mangel an sachkundigen therapeuten haben. doch in den letzten jahren zeigt sich das es mehr und mehr werden.eine erste gute hilfe,neben mph, während der wartezeit auf einen therapieplatz wäre auch eine erfahrene ergo die eine marburg fortbildung hat und ein elterntraining.fakt ist auch das viele psychologen nicht gewissenhaft genug arbeiten um eine gute diagnostik zu machen.das durfte ich selbst schon erleben.allerdings war die fehldiagnose andersrum..nämlich kein ads und eine minderbegabung nahe der untergrenze.tja.3 monate später bei einer facharztin hochbegabt und ads.

  7. Es ist immer wieder erfrischend wie du so „heiße“ Themen anfasst!! Eine Aufforderung an alle Eltern ihre Kinder zu sehen wie sie sind und sich die Zeit zu nehmen, die sie brauchen!! Die gemeinsame Zeit mit den Kindern ist das wertvollste Gut, unnachholbar!!! Macht Eure Kinder nicht unmündig mit Ritalin!!! Gebt ihnen was sie brauchen: LIEBE!!!

  8. Lieber Dirk,
    meine Kinder sollten dieses damals schon vor 30 Jahren – Hyperaktivität – nannte man das da, auch haben. Ich habe mich geweigert, dieses Medikament zu geben und habe es statt dessen mit Nahrungsmittelumstellung bzw. weglassen von Farbstoffen, Nitritpökelsalz und Histamine sehr große Erfolge erzielt. Meine Kinder sind jetzt nicht mehr hyperaktiv, sondern sehr kreativ. Nun fällt uns das Weglassen dank LP leichter. Dank der Arbeitsgemeinschaft für allergiekranke Kinder haben wir uns das nicht gefallen lassen. Ich kann auch nur davor warnen, es geht auch anders. Es ist ein Glück, wenn diese Kinder so sensibel sind und diese Schadstoffe in den Nahrungsmitteln fühlen können. LG Viola

  9. Lieber Dirk,

    wenn Dein/Euer Buch dann endlich da ist, wird erst klar werden, wie sehr es gefehlt hat. Ich bin schon sehr gespannt!!!

    Mir scheint, daß Ritalin eine Art „Gleichrichtungsdroge“ ist, weil die Herausforderungen, denen sich z.B. Erzieher/innen und Eltern im Umgang mit sog. ADS/ADHS-Kindern stellen müssen, nur schwer zu handhaben sind. Das habt Ihr ja auch so erlebt. Und wenn „normal“ ist, wie sich 85% der Kinder verhalten, dann sind die jeweils 7,5% unterhalb und oberhalb der „Normgrenzen“ eben nicht „normal“ – und das fällt auf; u.U. so unerträglich, daß eher eine Droge als eine sooo mühsam zu übende neue Verhaltensweise als DIE LÖSUNG gesehen und gewählt wird. Ist ja auch bequemer 😉
    Wenn Kinder u n s Erwachsene anleiten könnten, würden sie von uns NICHT die Droge einfordern, vermute ich mal frech.

    Da kann man sich dann schon mal warm anziehen, das ist nichts für Bezugspersonen mit wenig Energie. Welch ein Glück, daß es
    diese sagenhaften Produkte von LP gibt. Da verändert sich bestimmt manches von allein wieder in Richtung bekömmliches Gleichgewicht.

    Es gibt sooo viele spannende Menschen kennenzulernen, so spannend, daß sie eben NICHT als „normal“ erscheinen. Ob die
    früher ADS/ADHS hatten oder noch haben? Denn es gibt ja die Diagnose auch bei Erwachsenen.
    Und noch ein Gedanke: Vielleicht ist diese „Krankheit“ einfach eine gesunde Reaktion auf ungesunde Umstände??? Dann wäre sie ja ein Suuuper-Augenöffner, gesamtgesellschaftlich!!! So man was Positives daran sehen will. . .

    Sicher promotest Du Dein/Euer Buch breitgefächert. Ich drücke Dir/Euch die Daumen und freue mich schon jetzt auf die Lektüre!

    Von Herzen
    Yvonne

  10. Lieber Dirk,

    da hast du dir etwas Gutes vorgenommen! Wie du dich vielleicht erinnerst (ich war bei einem Sprechertraining), begleitet dieses Thema mich seit 30 Jahren und ich habe auch schon mal mit dem Gedanken gespielt, unsere Erfahrungen zu Papier zu bringen, um das Verständnis für diese „besonderen“ Kinder und Erwachsenen zu fördern. Ich bin gespannt auf das Ergebnis!

    Lieben Gruß
    Barbara

  11. Lieber Dirk,
    ich habe ein Buch über die homöopathische Behandlung bei ADHS geschrieben (auf meiner Web-site gibt es dazu eine Leseprobe).
    Es gibt auch eine Doppelblindstudie über die Wirksamkeit, die in Bern 2005 abgeschlossen wurde.
    Hier noch eine wichtige Info zu der medikamentösen Behandlung:

    vor der Ritalin-Gabe sollte unbedingt ein EKG gemacht werden.
    ES konnten selten Todesfälle unter Psychostimulanzien wie Methylphenidat beobachtet werden da es kardiale Nebenwirkungen auslösen kann.
    In den USA starben von 1999 bis 2004 19 Kinder unter der ADHS-Therapie mit Psychostimulanzien an einem plötzlichen Herztod. Weitere 26 Kinder erlitten kardiovaskuläre Komplikationen wie Schlaganfall, Herzstillstand oder Palpitationen, heißt es in der Pressemitteilung der American Heart Association.

    Unter den ADHS-Patienten gibt es jedoch viele Kinder mit angeborenem Herzfehler.

    Das seit März 2005 zur Behandlung des ADHS angebotene Atomoxetin (STRATTERA) steigert die Suizidalität bei Kindern und Jugendlichen.
    Quelle: Arzneitelegramm

    Noch etwas…
    Die Geschichte des Struwelpeters wird immer wieder herangezogen.
    Immer noch wird erklärt, dass Dr. Friedrich Hoffmann mit seinem Buch „Struwwelpeter“ als einer der ersten Neurologen das Krankheitsbild ADHS in charakteristischer Weise beschrieb.
    Im Deutschen Ärzteblatt vom 30. Januar 2004 wird in dem Artikel „Zappelphilipp und ADHS – von der Unart zur Krankheit“ dieses Missverständnis korrigiert.
    Zum einen war der Nervenarzt zum Zeitpunkt der Entstehung der Geschichte praktischer Arzt und „ziemlich in der Klemme“ (es fehlte ein Weihnachtsgeschenk für seinen 3-jährigen Sohn), und zum anderen hat Herr Dr. Hoffmann lediglich Erlebnisse seiner eigenen Kindheit beschrieben, die einen unübersehbaren Konflikt zwischen Vater und Sohn widerspiegeln. Ironie des Schicksals???

    Die Idee mit dem Buch finde ich toll. Erzählt wie es Euch ging, das hilft auf jeden Fall allen Betroffenen.

    Liebe Grüße
    Christine

  12. Ich finde es klug und weise, wie dieser Artikel da steht und wünsche für das Buch dass viele Leser das wahrnehmen. Ich kann mich als Ernährungs- und Gesundheitsberater total dem anschließen was du schreibst. Ich haben gesehe, wie Freunde und Bekannte sich dem Urteil der Ärzte unterstellt haben, obwohl es nach meinem Dafürhalten gute Alternativen gegeben hätte, haben sie ihren Kindern Ritalin gegeben, obwohl noch kein Mensch abschätzen konnte, welche Auswirkungen dieses Medikament hat. Also – weiterschreiben und……viel Erfolg mit dem Buch. Elvira.

  13. Dirk, du sprichst mir aus dem Herzen! Auch ich erlebe in meinem beruflichen Alltag leider oft Kinder, bei denen ADS oder ADHS diagnostiziert wurde. Häufig gehen damit sprachliche und motorische Störungen einher, und bei näherer Anamnese stellt sich heraus, dass diese Kinder zu wenig mit ihren Eltern und anderen Kindern spielten, tobten, lasen. Stattdessen wurden sie zu oft „weggeparkt“. Unter Ritalin erlebe ich diese Kinder wie unter Watte, teilnahmslos und stumpf. Es ist unfassbar, wie verantwortungslos Ärzte und Pharmaindustrie zum Teil damit umgehen. Zeit, dass Aufklärung betrieben wird!!

  14. Lieber Dirk,

    eine sehr gute Idee. Auch ich habe einen Sohn (24)mit dem selben Hintergrund. Leider hat er es noch nicht so geschafft. Bei meiner Tätigkeit als Fußballtrainer, in einer Hauptschule, werde ich ständig mit solchen „Problemfällen“ konfrontiert. Ich denke es bedarf einer Aufklärung.
    Viel Erfolg.

    Tilo

  15. Ich finde es unmöglich, das ständig Gegenpropaganda gegen eine medikamentöse Behandlung von ADS/ADHS gemacht wird.

    Dadurch werden Kinder die auf dieses Medikament angewiesen sind noch mehr ausgegrenzt!

    Es GIBT durchaus Fälle in denen es angebracht ist dieses Medikament zu verabreichen. Aber wer hier nicht wirklich betroffen ist oder beim falschen Arzt war, kann meiner Meinung nach nicht mitreden und sollte sich einfach geschlossen halten!

    1. Hallo Conny,

      ein kleines Beispiel: wenn jemand täglich zu viel Alkohol trinkt, um dann danach Medikamente zu nehmen, damit er wieder „einen klaren kopf“ bekommt – sollte diese Person da nicht lieber das Trinken aufhören? Oder – um noch ein Beispiel zu bringen – gibst Du Deinen Kindern gleich Antibiotika, wenn sie verschnupft sind?!

      Es geht klar nicht darum, dass man in jedem Fall „Nein“ zu solchen Mitteln sagt – es geht hier um die REGEL … und das habe ich klar geschrieben! Und wenn Du es genau gelesen hast, dann weisst Du einerseits das ich betroffen bin und andererseits, dass die meisten Menschen nicht zwischen einem „guten“ oder „schlechten“ Arzt unterscheiden können. Außerdem geht man davon aus, dass die Ärzte alle Mittel und Möglichkeiten kennen. Und sorry: die absolute Mehrheit der Ärzte kennt nicht einmal ansatzweise die Möglichkeiten, die es gibt. Es bleibt uns Eltern nichts anders übrig, als uns selbst verantwortungsbewusst zu informieren und vieles auszuprobieren!

      … ich kenne aber auch Fälle, in denen es den Eltern „einfacher“ erscheint diese Mittel zu verabreichen, statt sich zu kümmern … Und wenn dann noch das Argument kommt „für andere Sachen habe ich kein Geld“, dann bedeutet das für mich: „Ich bin zu faul, um mich um die Gesundheit und das Wohlergehen meines Kindes zu kümmern.“ Klingt zwar hart, sehe ich aber so …

  16. Hallo Dirk, das habe ich gerade gelesen: Psychiater aus Harvard machen „Multitasking“ bei Schülern und Studenten für eine neue Störung verantwortlich: Pseudo-ADS. Die Betroffenen chatten, bloggen, simsen, mailen, telefonieren gleichzeitig und machen dabei ihre Hausaufgaben. Zusammen mit den schnellen Schnitten in Filmen und Werbespots sowie Computerspielen ergibt das, dass man sich überhaupt micht mehr konzentrieren kann, weil das Gehirn so programmiert wurde, dass man ständig nach mehr Informationen giert. Es schüttet dann Opioide aus und die Kinder werden süchtig nach immer mehr und immer schnellerem Input.

    1. pseudo-ads ist doch keine neue störung.es ist lediglich eine bezeichnung für fehldiagnose des ads.
      die oben genannte reizüberflutung verursacht ads-ahnliche symptome, ebenso wie hochbegabung,wahrnehmungsstörungen u.s.w dafür gibt es ja auch die differentialdiagnostik. man soll ja nun mit verhaltensauffälligen kindern auch nicht zu jedem wald und wiesen arzt gehen.
      jeder vernünftig denkende mensch weis das bei oben genannten aktivitäten wärend der hausaufgaben nichts heraus kommt…traurig das man a erst einen menschen aus harward braucht.

  17. Lieber Dirk,
    ich bin schon sehr gespannt auf Dein Buch. Aufklärung und Meinungen von Betroffenen sind dringend notwendig. Wo und ab wann kann ich denn Dein Buch beziehen? Wünsche Dir weiterhin viel Erfolg!

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