Komplexität der Systeme

Dieser Blog ist besonders für „Führungskräfte“  im Network. Was ist nun eine „Führungskraft“ (FK)? Nun, hier gehen schon die Meinungen auseinander… . Sehen wir es praktisch, ist quasi fast jeder eine ebensolche FK, denn wir führen diejenigen, die uns folgen, immer irgendwohin – ob bewusst, gewollt oder strategisch ausgerichtet … oder eben nicht! Andererseits verlangt man landläufig von einer FK auch entsprechende Ausbildungen, bestimmte Kenntnisse und Verhaltensweisen, die dem Ganzen dienen.

Und gerade hier trennen sich die „echten FK“ von den selbsternannten…

So ist es im Network-Marketing so, das jeder, der sich in diesem System als Berater, Teampartner oder Distributor engagiert, als Selbständiger tätig ist. Ich möchte hier nicht auf die Unterschiede  eingehen, denn das soll an dieser Stelle nicht Sinn und Zweck sein. Als dieser „Selbständige“ ist man dann innerhalb einer Organisation in einem Netzwerk mit anderen Selbständigen aktiv – ob man nun will oder nicht. Wenn man sich dazu entscheidet im Unternehmen XY anzufangen, dann hat man automatisch „Kollegen“, die wiederum mit ihrer Downline zusammen arbeiten. Geschieht dies in Absprache, einigt man sich auf ein gemeinsames Vorgehen, gleiche Werte und einen gemeinsamen Fokus wirkt dies verstärkend auf das gesamte System.

Nehmen Sie doch nur einmal MC Donalds – es sind zwar alles „Selbständige Franchisenehmer“, aber MC Donalds schreibt vor, wie die Inneneinrichtung auszusehen hat, was wie gebraten wird, welche Preise angeboten werden, Inneneinrichtung – ja quasi ALLES wird vorgeschrieben.

Was hat das für einen Vorteil? Das liegt klar auf der Hand: Egal wo man auf der Welt ist, man weiß wie Mc Donalds aussieht, wie es schmeckt und weiß auch, dass im gleichen Laden um die Ecke die Ware zu den gleichen Preisen angeboten werden. Das ist aber nicht nur bei dieser Fast-Food-Kette so, sondern ist die Regel bei allen Franchiseunternehmen, ob sie nun OBI, (zum Teil) Douglas oder Burger King (neben Hunderten von weiteren solchen Geschäften) heißen. Eine bewährte Idee, die kopiert wird und man weiß, dass es funktioniert … Entfaltung INNERHALB des Systems – nicht Anpassung an eigene Vorlieben.

Was wäre nun, wenn jetzt ein Franchisenehmer sagen würde „Ich fühle mich in meiner Kreativität eingeschränkt und möchte mein Restaurant andersfarbig einrichten. Außerdem schmeckt mir der Burger – nicht ganz durchgebraten – etwas besser und den Salat lasse ich ganz weg… . “ Was würde passieren? … und nun multiplizieren Sie das einmal mit der Anzahl derjenigen, die eben genau dieses Geschäft betreiben! Wir alle wissen eines: das System ändert sich komplett und es hat Auswirkungen auf alle: Kollegen, Kunden und zukünftige Interessenten.

Nun könnte ja der eine sagen „JA ABER … ich habe doch nur die Farbe der Schriftzüge verändert, da mir Gelb nicht gefällt…“ der andere „Was kann ich denn dafür, dass ich gegen den Salat allergisch bin…“ und der nächste „…mein Onkel hat ein Möbelgeschäft und aus dem Grunde habe ich die Einrichtung viel billiger bekommen…“.

Jeder Einzelne wird sicher seinen Grund haben – ABER HAT ER DAS GESAMTE SYSTEM IM BLICK?! Kann der Einzelne absehen, welche Wirkung sein Verhalten auf alle anderen hat? Das SEIN Verhalten den Erfolg des gesamten Systems gefährden kann?

Entschließt sich ein System zu einer gewissen Vorgehensweise SOLLTE SIE AUCH EINGEHALTEN WERDEN! Da gefällt einem die Verpackung nicht, den Nächsten stören die Prospekte, der eine hat einen Schwager, der Trainer ist und ihn nun engagieren will … . Wiederum andere haben ein tolles Buch gelesen, mögen den Autor und dessen Ideen und vergessen aber genau das zu empfehlen und zu tun, was sie anfänglich selbst erfolgreich gemacht hat.

Und es wird noch verrückter: Man erinnert sich nicht, was erfolgreich ist, orientiert sich nicht an den Erfahrenen und Besten, sondern sucht NEUES … . Für einen Außenstehenden kaum vorstellbar, passiert aber genau das – man wendet sich von Bewährtem und Erfolgreichem ab, nur weil man eigene  Wege gehen will … oder weil einem die Nase desjenigen nicht passt, der etwas erfolgreich vormacht…. oder weil – oder weil – oder weil …

Eine der größten Gefahren in schon durchaus erfolgreichen und lange existierenden Networks ist eben diese fehlende Linie. Wenn sich Einzelne zu wichtig nehmen, auf ihre „Selbständigkeit“ pochen und damit (mehr oder weniger) verschleiert nur eigene, egoistische Ziele verfolgen wollen, ist dies ein sicheres Zeichen. Da steht nicht mehr der Erfolg des Systems und der einzelnen Mitglieder im Vordergrund, sondern persönliche Präverenzen werden gefördert, Ja-Sager in den Vordergrund gestellt, nicht mehr auf Leistung und Kompetenz sondern auf Sympathiewerte geachtet – der Anfang vom Ende … vielfach erlebt … und angekündigt … und trotzdem negiert! Des Menschen Sturheit ist sein Untergang!

Wenn wir uns ein Spinnennetz vorstellen, in dem nur 1 Faden abgeschnitten wird, wissen wir, dass das gesamte System leidet. So ähnlich ist es im Network. Selbständig heisst hier nicht „Tue und lasse was Du willst!“, sondern „Du kannst INNERHALB des Systems so viel tun wie du willst – aber ändere die Regeln nicht„. So wie im Straßenverkehr – es funktioniert auch nur, weil sich alle an die gleichen Regeln halten. Selbstverständlich kann der Unbewusste wieder auf seinen Rechtsstatus drängen – aber genau davon rede ich ja: Durchsetzung eigener Interessen zu Ungunsten des gesamten Systems! Was passiert dann, wenn man sich sagt: „Mein Auto, ich mache die Regeln…“. Man nimmt demjenigen berechtigterweise den Führerschein ab … .

Wir alle wissen, dass alles zusammenhängt – das zeigt uns die moderne Physik ebenso wie der Erfolg eines Teams. Egal ab man ein guter Einzelspieler ist, man gewinnt nur in der Mannschaft! Je eingespielter die Einzelspieler sind, je mehr sie sich aufeinander verlassen können (sich blind vertrauen), je mehr sie IHRE KRAFT in das Team stecken – desto wahrscheinlicher ist der Durchbruchserfolg für alle Beteiligten.

Rücken einzelne Befindlichkeiten in den Vordergrund, stellt sich der Einzelne abseits und verlangt besondere Behandlung – bricht fast alles auseinander und auch diejenigen, die es gar nicht so wollen, leiden darunter. Wer dafür ein sehr einprägsames Beispiel benötigt, braucht nur einmal an den „Erfolg“ des ehemaligen Fussball-Vize-Weltmeisters Frankreich bei der letzten WM denken. Sie haben nicht nur sich, sondern dem gesamten französischen Fussball geschadet – und damit auch sich selbst!

Also meine Lieben – Ihr seid selbst-ständig; also entscheidet verantwortungsbewusst!

Ihr/ Euer

Dirk (Jakob)

Ein Kommentar zu „Komplexität der Systeme

  1. Hallo Dirk, wie immer triffst du den Nagel mal wieder auf den Kopf. Vielen Dank für deine Unterstützung und deinen klaren Ausdruck. Dieses Bewusstsein – was macht meine Handlungsweise mit dem ganzen System –
    brauchen wir alle noch viel mehr.
    liebe Grüße
    Andrea

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