Mit Herz & Verstand!

In meinem Buch „Das 1×1 des Network-Marketing“ hatte ich schon in der 1. Auflage, die 1994 auf den Markt kam, einen  Vergleich gezogen. Sehr verkürzt dargestellt sieht er in etwa so aus:

Stellen Sie sich vor, dass Leben ist eine Kutschfahrt – und wir sitzen in dieser Kutsche. Damit sie sich einerseits bewegt und andererseits auch da hinfährt, wo sie hin soll, braucht es Pferde und einen Kutscher. Keiner käme auf die Idee, die Pferde auf den Kutschbock zu setzen und den Kutscher einzuspannen um die Kutsche ziehen

Ziehen wir eine Parallele zu uns, so – egal welchem Glaubenssystem der Einzelne nachgeht – sind wir uns doch darin einig, dass wir zumindest aus einem Körper, einer Seele und einem Geist bestehen. Wie würden Sie jetzt diese – unsere – Aspekte dem o.a. Beispiel zuordnen?! Wobei unsere „Kutsche“ sicher unser Körper ist, der zeigt wo wir sind; wir sitzen im Abteil und schauen uns an, was „draußen“ so passiert.

Nun haben wir also noch auf der einen Seite die Pferde und den Kutscher – auf der anderen unseren Geist und unsere Seele/ unsere Gefühle? Denken Sie nach – was soll was symbolisieren?

Über kurz oder lang wird jeder zu dem klaren Schluss kommen: Geist = Kutscher und Pferde = Gefühle; und das stimmt auch, denn wenn wir es uns näher anschauen, dann sind es die Gefühle, die uns bewegen, die uns antreiben, die uns „rennen lassen“. Und es ist unser Geist/ unser Verstand, der den Überblick behalten soll, der – verglichen mit dem Kutscher – auf den Weg achtet, Gefahren beurteilet und auch schon mal die Pferde antreibt wenn es schneller gehen soll oder sie eben zurückhält, wenn die Strecke gefährlich an einem Abhang vorbei führt … .

Nun stelle ich aber immer wieder fest, dass es hier mehrere echte Herausforderungen gibt:

1. Manche vergessen die Pferde einzusetzen … . Man überlegt sich, erstellt Tabellen, bedenkt und alles scheint logisch. Was nützt das aber alles, wenn es uns nicht inspiriert, uns nicht „ansteckt“? Entscheidungen mögen noch so logisch durchdacht sein, man kann in der Partnerschaft „noch so gut zusammenpassen“- was nützt das alles, wenn „der Funke nicht überspringt“, wenn wir nicht begeistert von dem sind, was wir tun?! Bitte verdeutlichen Sie sich: Der Kutscher kann die Kutsche nicht ziehen! Gerade Networker kennen das: LOGISCH muss man anrufen, aktiv sein, über die phantastische Wirkung der Produkte reden – aber man tut es nicht. Die Pferde scheuen … Angst .. keine Lust …

2. Manche lassen den Kutscher zu Hause … . Andererseits gibt es Menschen, die sagen „Der Kopf ist schlecht – ich lasse nur mein Herz sprechen“ oder „Was interessiert mich, was vernünftig ist – ich höre auf meinen Bauch!“ Hier möchte ich nur darauf hinweisen, dass es einen eklatanten Unterschied zwischen Intuition und Laune gibt! Oftmals ist das, was da zu uns spricht nicht die Intuition, sondern eine Laune, die aufgrund von alten Paradigmen und Gewohnheiten eben durch diese „Launen“ die Oberhand gewinnen will! Das sind ungezügelte Pferde (oder Wildpferde), die dem Kutscher sinnbildlich sagen „Zieh´wie Du willst – ich renne wann ICH will.“ Ohne über Folgen und Risiken nachzudenken wird gehandelt, die Laune vernebelt den Verstand, man will nicht mehr reden … lustgesteuert … in den Abgrund rennend und dabei noch lachen …

3. Entweder man mag den Kutscher oder die Pferde, kann aber keine Harmonie zwischen ihnen erschaffen, sodass es keine „klare Aufgabenteilung“ gibt … . Verstehen Sie mich bitte richtig: BEIDE SIND WICHTIG! Sowohl der Kutscher als auch die Pferde sind für das Weiterkommen der Kutsche unabdingbar! Aber es muss eben darauf geachtet werden, dass JEDER AN SEINEM PLATZ  ist und diese beiden Aspekte Hand in Hand gehen. Wenn ich meine Steuererklärung mache, Rechenaufgaben löse – dann ist mein Verstand gefragt. Wenn ich auf der Bühne stehe und Menschen inspirieren (nicht informieren) will, wenn ich male … dann drücke ich Emotionen aus – die Pferde sind „an der Reihe“. Pferde wollen auch nicht immer nur dann rennen, wenn der Kutscher es ihnen sagt- sie wollen auch nur mal so zum Spaß herumtollen; das ist z.B. so, wenn ich tanze.

4. Menschen beschweren sich entweder über zu starke Pferde oder einen zu dominanten Kutscher … . Die einen klagen über „zu starke Pferde“ (das hört sich dann so an „Ich kann mich so schlecht zügeln“ oder auch das altbekannte Sprichwort „Mit mir sind die Pferde durchgegangen…“) die anderen, dass sie sich nicht motivieren können – nach dem Motto „Meine Pferde sind verhungert und abgemagert!“ (dann hört man „Ich muss erst alles kontrollieren“ oder „Ich kann meinem Gefühl nicht vertrauen.“) Es ist eben genau unsere Aufgabe, da für einen Ausgleich zu sorgen: Wenn Sie mental sehr ausgebildet sind, dann wird es jetzt Zeit, sich um Ihre Pferde zu kümmern! Wenn Sie einen 8-Spänner haben, dann trainieren Sie die Muskeln Ihres Kutschers! Keine Ausreden …

5. Andere haben immer die leichtere Aufgabe! 🙂  … das scheint immer so zu sein, ist aber tatsächlich nicht so.

Ich persönlich verfüge von Natur aus über ziemlich starke Pferde und musste lernen „mich zu zügeln“, meinen Wildpferden auch mal freuen Lauf zu lassen (am besten auf „einem abgegrenzten Territotium“) und hier auch darauf zu achten, dass der Kutscher in herausfordernden Situationen konzentriert bleibt (in manchen Situationen gelingt es mit nur sehr schwer – insbesondere bei Auseinandersetzungen mit meinen Kindern…). Es besteht dann die Neigung „über die Stränge zu schlagen“. Meditationen helfen mir ebenso, wie die Tatsache, dass ich allen Anteilen meine Aufmerksamkeit widme. Aber für mich ist das nicht einfach …

Andere sagen „Ich kann meinen Gefühlen so schlecht Ausdruck verleihen…“. Klar, wenn man seine Pferde über jahrzehnte in den Stall sperrt, weil sie eventuell man ausgetreten haben, dann fällt es ihnen nicht so leicht „nach draußen zu gehen“. Für diese Menschen ist es wichtig, SPASS zu haben und ihn auszudrücken, auch mal laut und unvernünftig zu sein (man muss ja nicht gleich alles Geld auf den Kopf hauen), denn DIE KRAFT DER PFERDE ZIEHT DIE KUTSCHE!

Schade ist es, wenn manche Menschen es nicht schaffen, ihre Wildpferde zu zügeln. Ich erkenne die ungezügelte Kraft, die Möglichkeit … und bin dann traurig. Ich sehe  auch, was diese Pferde für Schaden anrichten, wenn man ihnen keinen Einhalt gebietet. Da werden ganze Firmen zerstört, nur weil die Pferde verrückt spielen, da der Kutscher gerade frei hat; da werden Menschen vergewaltigt, den Lüsten so weit nachgegangen, bis die Kutsche kaputt ist … Wahnsinn!

Schade ist auch , wenn ich so viele verhunderte Pferde sehe, dessen Besitzer fast leblos in die Gegend schauen und doch scheinbar alles so vernünftig gelöst haben … . „Herzensentscheidungen“ sollten eben vom Herzen getroffen werden. Was macht das Leben lebenswert, wenn die Emotionen fehlen?!

In unserer Kultur achten wir besonders auf die Ausbildung der Kutscher und den Pferden wird i.d.R. zu wenig Raum gegeben Erfahrungen zu sammeln, sich auszudrücken und auch mal „ins Fettnäpfchen zu treten“.

Das alles funktioniert aber nur, wenn Herz & Verstand Hand in Hand gehen. Ziele werden erreicht, wenn man gut plant UND emotional involviert ist. Wenn ich sage „Ich liebe Dich“ sollte vor allem das Herz sprechen – wenn ich sage „Vertraue mir…“ achte ich auch darauf, dass mein Verstand vorher überlegt hat, was er verspricht. Und wenn ich sage „So wird es gemacht…“ dann spricht mein Kutscher.

Ich kann nicht umhin immer wieder zu betonen, wie wichtig es ist, die Zusammenarbeit dieser unserer innerer Instanzen zu würdigen, sie kennenzulernen, wissen, „wie sie spielen“ und sie zu einem guten Team zu formen. Denn dann sind wir kraftvoll, sind vernünftig & herzlich, ind klar & empowert! In diesem Zusammenhang habe ich auch das „MinisterSpiel“ entwickelt, welches uns klar macht, welche Instanz in uns gerade was wünscht!

Ihr/ Euer

Dirk (Jakob)

Ein Kommentar zu „Mit Herz & Verstand!

  1. Eine wunderschöne Metapher!

    Ich lernte sie an einem heißen Sommertag 2010 in Heidelberg kennen und der Vergleich hat mir unglaublich die Augen geöffnet!! Mein (Innen-)Leben hat sich seither um 180 Grad gewendet. Ich wünsche jedem Leser für sich genauso bahnbrechende Erkenntnisse und uns allen, dass wir es täglich etwas mehr schaffen, diese neuen Erkenntnisse umzusetzen!

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