Norwegen ist überall ….

Das Drama in Norwegen ist überall Thema – es vergeht keine Nachrichtensendung, in der nicht neue Meldungen über diesen kranke/ verrückte/ extremistische Tat verbreitet werden. Es gibt – neben der wirklich vorbildlichen Reaktion vieler Norweger, die sagen „Lasst uns diesem Schrecken mit Liebe antworten...“ und dessen Regierungschef, der trotz seiner Ohnmacht an einer offenen und multikulturellen Gesellschaft festhalten will ohne auf eine gerechte Bestrafung dieser Wahnsinnstat zu bestehen, aber auch einige Äußerungen, die mich zutiefst erschrecken!

Einige Beispiele? Da wird auf dem Forum der „bekennenden Christen“ gepostet, wie schlimm doch Hass und Atheismus ist, obwohl der Täter sich selbst als „bekennender, fundamentalistischer Christ“ bezeichnet hat – seine vielen Statements auf Foren, eigenen Internetseiten und Schreiben zeigen dies deutlich. Wäre es nicht einmal Zeit, diese Tat als Anlass zu nehmen einmal zu schauen, wie man vorbeugen kann statt dieses Terror für eigene Zwecke auszunutzen?!

Was ist da immer wieder sehe, ist, dass Extremismus – egal von welcher Religion, welcher Partei oder jedweder Einstellung – fast immer zu Gewalt führt. Und ja, es gibt auch extremistische Christen. Unverständnis, Mobbing von Andersgläubigen, Ausgrenzung – alles das sind Anfänge von Extremismus. Sobald irgendwer oder irgendeiner meint die „wahre Wahrheit“ gefunden zu haben und meint, dass alle anderen Unrecht hätten, sind solche Folgen fast zwangsläufig.

Aber auch Barak Obama konnte wohl nicht anders, als nach den Attentaten bekannt zu geben, dass man doch „gemeinsam gegen den Terrorismus“ vorgehen sollte. Was soll das denn? War diese Tat in irgendeiner Form mit der Aktivität ideologisch verblendeter Gruppen zu tun, die weltweit Ziele zerstören? Es war ein Einzeltäter, der im stillen Kämmerlein auf seine kranken Ideen gekommen ist. Da scheinen einige Politiker zu glauben, jede auch noch so (emotional geladene) Aktion herzunehmen, um sie für die „eigene Sache“ zu nutzen. Ich finde das absolut unverständlich und wird echter Trauer in keiner Form gerecht! Vor solchen Menschen verliere ich den Respekt vollkommen. Im übrigen haben auch einige deutsche Politiker mal wieder mit ins gleiche Horn geblasen…

HÖRT AUF DAMIT!

Aber mir kommen noch ganz andere Dinge in den Sinn! Wieso wird diesem Menschen so viel Aufmerksamkeit zu teil? Ist es nicht ein Hohn, was er von sich gibt: Das die norwegische Regierung und das Königshaus zurücktreten soll und (und jetzt kommt das eigentlich Verrückte) das auch noch alle Fernsehstationen weltweit übertragen?

Sein Gesicht ist wahrscheinlich den meisten bekannt, die das hier lesen: ein blonder Mittdreißiger, der dem äußeren Schein nach keiner Fliege etwas zu Leide tun kann. Egal ob er etwas sagt oder nicht – es wird berichtet. Nun frage ich mich: Kann es nicht genau das sein, was diese Person sich wünscht? Aufmerksamkeit, um seine kranke Idee zu verbreiten? Und was passiert?!GENAU DAS! Gerade in diesem Fall scheint es mehr als deutlich zu sein – warum geht man diesem krankhaften Verlagen nach? Einschaltquoten?! Medienwahnsinn?! Sensationsgier?!

Nach dem Gesetz der Resonanz wird dann auch eines passieren: Gleichgesinnte, die sich vorher noch zurückgehalten haben, fühlen sich nach dem Motto ermutigt „Du musst nur genug Schaden anrichten und die Welt hört dir zu…“. Das kennen wir alle aus der Erziehung – und schon da wissen wir, dass wir diesen „Störenfrieden“ anders begegnen müssen… .

Natürlich wird der Großteil der Menschen Mitleid und Unverständnis empfingen, man wird mit den Leidtragenden trauern und sich abgestoßen fühlen … – aber was ist eben mit den Anderen? Warum, so frage ich mich immer wieder, wird diesen Attentätern so viel Aufmerksamkeit zuteil? WARUM? Sollte man nicht vielmehr die Reaktion der Trauernden zeigen, die die Kraft aufbringen mit solchen Gräueltaten umzugehen? Wir sollten Vorbilder zeigen und demonstrieren, dass so etwas keinen Sinn macht! Solche Gruppen oder Menschen sollten erst gar nicht erwähnt geschweige denn gezeigt werden ….

Dient es nicht auch einem Teil der Zuschauer, die sich daran „ergötzen“, wie schlimm doch die Welt ist, das man „keinem trauen kann“ usw. . Ist es nicht das faszinierend Schreckliche, das sich auch in unser Unterbewusstsein schlecht um sich Platz zu machen?

Ich gehe noch einen Schritt weiter? Warum schauen wir uns das an? JA, Mitgefühl zu zeigen ist gut und wichtig; herauszufinden, wie so etwas passiert, solche aus meiner Sicht wirklich kranken Menschen zu heilen, damit so etwas nicht passiert ist Aufgabe jeder Gesellschaft. Welche Form von Konsequenz angebracht ist, ist natürlich von Fall zu Fall zu entscheiden und das soll hier auch nicht Thema dieses Blogs sein.

Mal ganz offen: Mich interessiert nicht, ob sich in Kolumbien Straßengangs gegenseitig erschießen – was mich interessiert sind Initiativen, die hier aktiv eingreifen um dem vorzubeugen. Oder ob in Russland ein Mann seine Familie ermordet oder in Amerika bei einer Massenkarambolage Menschen umgekommen sind um hier nur ein paar Beispiele zu bringen. DAS WAR SCHON IMMER SO UND WIRD IMMER WIEDER PASSIEREN!

Warum werden solche Schreckensnachrichten ständig und überall in den Nachrichten thematisiert? Ist das einzig Positive, wenn ein Königskind heiratet? Damit will ich nicht sagen, dass man nicht Probleme ansprechen oder auf Missstände aufmerksam machen soll – das ist gut und wichtig! Die Katastrophe in Fukushima ist ein solches Beispiel: DA muss aufgezeigt und etwas geändert werden! Gerade wenn wir etwas ändern können ist es wichtig sich zu informieren, entscheiden ob und wie man sich engagieren möchte um dann entsprechend zu handeln! Das tue ich z.B. durch meine Aktivität innerhalb des NfH, im täglichen Leben und durch meine Arbeit.

Ich weiß, dass es in der ganzen Geschichte der Menschheit schon immer solche „Verrücktheiten“ gab, Menschen, die verzweifelt, krank, nicht bei Sinnen oder einfach schlicht fehlgeleitet sind/ waren – und genau aus diesem Grunde gab es schon immer solche „Aktionen“ (mit den heutigen Mitteln nimmt natürlich die Macht der Einzeltat noch zu, aber die Zerstörungswut und den Drang zu dominieren und Macht auszuüben gab es schon immer – die Geschichtsbücher sind voll davon). Heute bekommen wir diese Taten nur Mediengerecht aufbereitet und es kommt uns vor, als wäre die Welt schlimmer als früher.

Das stimmt nicht – wir bekommen nur mehr „Macht“. Aber was „machen“ wir damit?! Denen zuschauen, die verblendet sind? Ist das die richtige Art seine Energie einzusetzen? Sicher nicht…! Achten Sie doch bitte einmal darauf, wie viel Prozent der Nachrichten genau auf diese Dinge abzielen – und filtern das heraus, was in eine andere Richtung geht.

Ich habe mich entschlossen deshalb einfach abzuschalten und solchen Taten keine Aufmerksamkeit zu zollen, denn ich weiß eines: Energie folgt der Aufmerksamkeit und ich stecke nirgendwo meine Kraft hinein, was nicht lösungsorientiert oder sinnvoll ist!

Was meinen Sie? Was meinst Du?

Ihr/ Euer

Dirk Jakob

2 Kommentare zu „Norwegen ist überall ….

  1. Lieber Dirk,

    ich danke Dir, daß und wie Du das aufgreifst!
    Vor Jahren habe ich im Radio ein Interview mitgehört, das mich seitdem beschäftigt. Gerade habe ich bei Wikipedia nochmal reingeschaut:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Gewaltfreie_Kommunikation#Erl.C3.A4uterung_des_Konzepts_von_Rosenberg

    In diesem Konzept liegt e i n Schlüssel zur Entflechtung des Dickichts von Einschaltquoten, Sensationsgier, Machtdemonstration, Manipulation und dann natürlich h i n z u Respekt, Toleranz, Wertschätzung …. bis zur Liebe.

    Meine norwegischen Freunde haben mich schon immer durch ihre innere Haltung erfreut im Sinn von „Beispiel erleben“ – und erinnerst Du Dich noch an die Eröffnung der Winterolympiade? Welche Größe, anstelle von Pomp und Protz eine Zeremonie erlebbar zu machen, die direkt zu Herzen ging.
    Ja, da geht’s lang.

    Der zweite Gedanke zu Deinem Blog ist ein englischer Satz, der’s auf den Punkt bringt, wie wir selbst damit umgehen können:

    „If you change the way you look at things, the things you look at change.“
    Salopp übersetzt:
    „Wenn du deine Betrachtungsweise der Dinge änderst, ändern sich die Dinge, die du betrachtest.“

    Viele herzliche Grüße nach Heidelberg

    Yvonne

  2. Ich bin absolut Deiner Meinung – bis auf das Thema „Macht“ – hier wird Macht durch die Medien angewandt um die Masse „machtlos“ zu machen – durch Negativnachrichten. – leider dupliziert sich das Negative viel schneller und einfacher als das Positive! Im Elementaren -sprich bei unseren Kindern- sollte schon begonnen werden Kommunikation aktiv auszuüben – und da helfen die Medien sicher nicht! Hier sollten wir unsere Konzentration hinrichten!

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