Söldner oder Überzeugungstäter?!

Es scheint in der Branche immer mehr Usus zu sein, „Ablösesummen“ für Führungskräfte zu bezahlen. Unter der Hand ist schon lange bekannt, dass – sogar vermittelt durch manche selbsternannten „Kenner oder Macher der Branche“ – einige Firmen immer mehr dazu übergehen, sogenannten Führungskräften Gelder zu bezahlen, damit sie dann mit Pomp und Spektakel wechseln. Meist ist es so, dass die Sprüche derjenigen, die teuer eingekauft wurden, die gleichen sind, wie vorher – nur eben für ein anderes Unternehmen, denn Namen sind austauschbar.

Wem ist damit gedient? Oftmals den „Vermittlern oder Headhuntern“ der Branche, die in der Regel eine satte Prämie kassieren, damit sich das Personalkarussel weiter dreht. Wobei man hier sicher noch zwischen „normalen Networkern im Vertrieb“ und „angestellten Managern, die innerhalb des Unternehmens tätig sind“ unterscheiden sollte. Das da schon einmal ein „Manager“ wechselt ist usus und manchmal auch sehr befruchtend, denn die Kenntnisse aus kaufmännischem Erfahrung und Vertrieb sollten sich ja ergänzen. Jeder Networker sollte froh sein, ausgebildete EDV´ ler, Buchhalter oder kaufmännische Leiter, die von Network nichts verstehen müssen, an Bord seines Unternehmens zu wissen.

Was mich aber wirklich stört, ist, dass – meist unterstützt durch die brancheninternen Medien – mit großem Pomp gerade Menschen, die in diese Branche eingestiegen sind, verunsichert werden. „In 3 Monaten zum höchsten Scheck“… „Im ersten Monat die höchste Karrierestufe“ etc. – das liest sich zwar gut, aber Insider wissen doch genau, dass das „normal“ nicht zu schaffen ist. Klar kann ich mich einkaufen, bei einem Wechsel viele Networker mitbringen, die dann auch gleich wissen wie sie einsteigen und selbst wiederum Kunden und Vertriebspartner mitbringen. So in eine hohe Position zu kommen ist recht einfach. Was wirklich erfahrene Kenner der Branche aber auch wissen, ist, dass solides Wachstum IMMER innerhalb eigener Reihen geschieht – und das kann man nicht erkaufen!

Wichtig ist mir hier zu betonen, dass solche Wechsel manchmal richtig sind. Uuuups werden jetzt mache sagen: WANN DENN? Denn sicher hört man von der Upline stets andere Töne. „Das wird schon wieder…“; nun, warum das Unternehmen und die jeweiligen Uplines daran interessiert sind, oftmals mit allen erdenklichen Mitteln ihre Downline zu halten, dass kann sich jeder an 2 Fingern ausrechnen.

Ich meine ein Wechsel ist gut, wenn man feststellt, dass man nicht das erreichen kann, was man will, weil es z.B. der Karriereplan nicht zulässt. So kenne ich einige Pläne, die – je höher eine Führungskraft kommt – die Provisionen auf den höheren Ebenen immer mehr geteilt werden und mit wachsendem Umsatz die Provision eher geringer statt mehr wird. Das hört sich für manche unmöglich an – aber so etwas gibt es tatsächlich! Oder ein anderes Beispiel: Wenn innerhalb der Strukturen gemobbt wird, wenn irgendwelche „Führungskräfte“ Menschen und Partner nicht als gleichwertige Geschäftspartner sehen und sie je nach Gusto und Gefallen umstrukturieren wie sie wollen. Oder auch, wenn man feststellt, dass lange eingehaltene Versprechen nicht eingehalten werden und es auf „Hinhaltetaktik“ hinausläuft und –  das ist ein klassisches Beispiel – man feststellt, dass die „Pre-Launch-Phase“ nun schon Jahre dauert und man merkt, dass die Produkte gar nicht zugelassen sind. Da sage ich nur eines: WEG DA!

Ja in solchen Fällen ist es anzuraten zu wechseln, denn warum sollte man – nur weil einige Seelenverkäufer durch hohe Verdienste am Tun der Downline partizipieren indem Sie immer und immer wieder motivieren, versprechen und vertrösten – dieses „böse Spiel“ weiter mitmachen?! Lassen wir uns im klaren sein: Ein „Ich kümmere mich da nicht drum…“ gibt es nicht, denn allein dadurch, dass man nicht aktiv für das Seriöse arbeitet unterstützt man diese unseriösen Tätigkeiten. Manche „PositivDenker“  – die aber den Sinn des positiven Denkens mißverstehen, weil sie versuchen zu negieren (denn auch JEDER PositivDenker muss in der Lage sein die Taten und Handlungen anderer Menschen/ Unternehmen neutral – und nicht mit einem verschleierten Blick – zu sehen) – wollen sich diesem „scheinbar Negativem“ nicht stellen. Da liegt aber ein Trugschluss vor: JEDWEDE Situation ist weder positiv noch negativ, sondern nur die Sichtweise, die man dazu hat!

Wenn man jetzt sagt: „Ja, aber ich habe doch Monate oder Jahre investiert – und erst jetzt stelle ich fest, dass es nicht so ist, wie man mir es damals dargestellt hat.“ oder einfach nur „Vorher habe ich es einfach nicht gesehen“ – und später nicht wahrhaben wollen… alles das passiert und man nennt es ERFAHRUNG! Auch wenn es manchmal schwer fällt ist dann ein frischer Neubeginn immer besser als ein frustriertes Festhalten. Machen wir uns nichts vor: Das passiert nicht nur in dieser Branche, denn Menschen lernen auch woanders und werden ent- und/ oder ge-täuscht. Also: buchen Sie es darunter ab, dass Sie Erfahrungen gemacht haben, die Sie dahin gebracht haben, wo Sie jetzt stehen und die für Ihren weiteren Lebensweg sicher wichtig sein werden!

Mir geht es bei diesen Wechseln vor allem darum WARUM gewechselt wird: ob es aus echter Überzeugung passiert, oder weil die „Ablösesumme“ stimmt und man nur deswegen zu dem jeweiligen Unternehmen wechselt. So gibt es eine Klientel, die von einem Unternehmen zum nächsten wechselt, die gleichen Sprüche immer wieder bringt „DAS ist das Richtige“ oder „Wer da nicht dabei ist, ist selbst Schuld!“ oder die vielbeschriebene „Jahrhundertchance“ zum Hundertsten Mal bedient …. Ich schalte ab, wenn ich von den gleichen Leuten immer wieder lese … .

Wer also nur wegen dieser „Ablösesummen“ wechselt ist kein Überzeugungstäter sondern ein echter Söldner. Das kann man sehen wie man will – ich habe dabei ein wirklich schlechtes Gefühl und würde jedem Unternehmen abraten so etwas zu tun. Warum? Weil diese „Söldner“ eben nicht mehr den Fokus auf den Aufbau des Geschäftes beim jeweiligen Unternehmen und auch nicht die Überzeugung für die Produkte und die Idee der Firma haben, sondern in erster Linie an Geld interessiert sind. Verdienst an sich ist sicher gut und wichtig, aber eben auch das was es ist: RESULTAT einer vorangegangenen TAT, Wirkung und nicht Ursache. Wer lediglich auf der Suche nach Wirkung ist, aber nicht an der Ursache arbeiten will, der hat etwas Grundsätzliches nicht verstanden, der zäumt das Pferd von hinten auf.

Bitte verstehen Sie mich richtig: Wir alle möchten Geld verdienen und es ist gut so – die Frage darf aber doch gestattet sein, ob derjenige, der mich für sein Network gewinnen will, WIRKLICH überzeugt ist und offen und ehrlich ist, oder ob es sich um die gekauften Sprüche eines Ninja handelt, der demjenigen folgt, der ihn am besten bezahlt, ohne auf Moral oder Ethik zu achten.

Und es kommt noch eine andere Komponente hinzu: der Frust derjenigen, die sich „ehrlich“ anstrengen. Sie erkennen nicht, dass auch die Überflieger der Branche einmal gelernt haben, sondern sehen oftmals nur ihren eigenen Misserfolg im Vergleich zu den angeblichen Überfliegern. „Wenn andere das in so kurzer Zeit schaffen – dann kann ich das nicht…“ ist eine oftmals falsche Schlussfolgerung. Die vom Unternehmen oftmals gewünschte Motivation der eigenen Vertriebspartner kehrt sich um und irgendwann ist man nur noch von Söldnern umgeben … Wer´s mag! Für mich wäre das nichts … nicht zu wissen, wer auch in schweren Zeiten zu mir steht … nicht zu wissen, wer wirklich überzeugt ist oder wer seine Überzeugung an den aus der Vergangenheit bekannten „silbernen Groschen“ hängt … nicht zu wissen, wer es wirklich aus ehrlicher Überzeugung sagt oder einfach nur, weil er dafür Geld bekommt und bis zum nächsten Hype wartet… .

Networking kann so toll sein! Kann so vielen Menschen eine Chance bieten – aber es kann eben auch ausgenutzt werden! Wer glaubt es nötig zu haben mit „gekauften Wechseln“ sein Geld zu verdienen, der sagt mehr über sich aus, als über Produkte oder den Vertriebsweg. Und: Ich kenne auch Networker, die lange mit einem Wechsel gerungen haben, weil sie einfach nicht wahr haben wollten, dass sie beim jetzigen Unternehmen aus beschriebenen Gründen nicht weiterkommen konnten, sich dann eines gesucht haben, hinter dem sie stehen konnten, um KEINE Ablösesummen gefeilscht haben und dann sehr erfolgreich geworden sind. Weil eben die Kraft aus der eigenen Überzeugung resultiert … und das macht fast immer den entscheidenden Unterschied!

Ich weiß nur eines: Ich liebe es, mit Überzeugungstätern zu arbeiten, denn die werden über kurz oder lang IMMER die Erfolgreicheren sein …

Ihr/ Euer

Dirk (Jakob)

4 Kommentare zu „Söldner oder Überzeugungstäter?!

  1. Dirk, ich finde es sehr gut, dass Du, als intimer Kenner der Branche, dieses Thema einmal ansprichst.

    Es wäre gut, wenn es zumindest transparent wäre, ob jemand eine Ablösesumme erhalten hat und in welcher Höhe.

    1. Hallo Uwe,

      … es ist nicht mein Ansinnen hier „Ross und Reiter“ zu nennen, sondern lediglich auf das Problem hinzuweisen, zumal es sicher auch da wieder neue Probleme geben würde.
      Wenn Du konkrete Fragen per pn und vertraulich stellst, können wir eher darüber reden … aber Du hattest auch Kollegen, die durch eine dieser Firmen „abgeworben“ wurden.

      1. So war es auch nicht gemeint, dass Du es hier veröffentlichst, sondern das derjenige, der wechselt, dies denjenigen gegenüber transparent macht, denen er seinen Wechsel gegenüber rechtfertigt. Die Zahlung einer Sondervergütung an sich wäre ja noch kein Frevel, wenn der Wechsel anderweitig begründbar wäre. Transparenz würde ich jedenfalls empfehlen, um seine persönliche Glaubwürdigkeit und Integrität seinen bisherigen Partnern gegenüber zu erhalten.

        Was ich an Deinem Beitrag begrüsse ist, dass nach meiner Information, besonders ein Unternehmen in der Branche, damit sehr aggressiv arbeitet. Nach außen hin entsteht dadurch der Eindruck, dass dies Unternehmen besonders attraktiv sein müsse, weil vermehrt prominente Networker dorthin wechseln. Dabei ist Grund hierfür jedoch weniger die Attraktivität des Unternehmens, als vielmehr die Attraktivität der Sondervergütung.

        Branchenmedien tragen durch ihr Berichterstattung, da sie ohne zu hinterfragen, über solche Erfolgsstories als Beispielhaft berichten zu einem verzehrten Bild bei. Dabei erfüllen weder diese Networker, die Funktion eines Vorbildes, noch die beteiligten Network Unternehmen.

        Mehr Transparenz würde eine objektivere Bewertung ermöglichen.

        Gleichfalls wäre wünschenswert zu erfahren, was mit diesen Networkern wirklich geschieht und wo sie etwa zwei oder drei Jahre nach einem Wechsel stehen. Wünschenswert wäre auch, dass jeder aktive Networker, von sich aus skeptisch wird, wenn er von solchen Geschichten und spektakulären Wechseln hört.

        Darum gefällt mir dieser Beitrag hier sehr gut und es wäre wünschenswert, wenn es zu dem Thema mehr Informationen gäben könnte.

  2. Meiner Meinung nach ist es völlig unwichtig, wer wann weshalb und warum wieviel Ablöse erhalten hat. Das schafft nur unnötig ungutes Blut! Viel wichtiger ist es doch, dass man aus eigener tiefsten Überzeugung und mit ganzem Herzen zu diesem neuen Unternehmen gewechselt hat und sich selbst als Person treu geblieben ist statt sich selbst zu verleugnen indem man nur das tut, was von einem erwartet wird um gemocht und geachtet zu werden!

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