„Ich stehe unter Druck…“

Das kennt Jeder! In bestimmten Situationen stehen wir unter Druck, der dann so groß sein kann, dass wir kaum noch klar denken können. Egal worum es geht: finanzieller, sportlicher, moralischer oder Handlungsdruck um hier nur einige zu nennen …

Druck aber einmal neutral betrachtet, ist nichts anders als Energie. Energie die wir uns selbst auferlegen, die wir selbst kreieren und meist ge- und erdachte Konsequenzen nach sich zieht. Sie glauben das nicht? Machen wir einmal ein Experiment: Nehmen Sie sich nach dem lesen dieses Blogs einmal ein paar Minuten Zeit und suchen sich ein Thema aus, das Ihnen „unter den Nägeln brennt“.

Um hier einmal ein Beispiel zu nehmen (wir könnten es auch in allen anderen Bereichen anwenden: Erziehung, Vorsorge, Gesundheit, Steuern usw.): Stellen Sie sich vor, sie sind selbständig und haben einen wichtigen Kunden verloren, können also Ihre Ausgaben nicht mehr decken. Sie überlegen die ganze Zeit, was sie tun können um nicht Mittellos dar zu stehen. Gespräche mit möglichen Kunden werden verkrampfter und Sie verlieren immer mehr den Spaß an der Sache. Sie können Nachts kaum schlafen, sind ständig angespannt und der Druck erhöht und erhöht sich … .

OB es dann wirklich so kommt wie wir uns vorstellen, liegt meistens nur zum Teil in unseren Händen und in der Regel „wird nichts so heiß gegessen, wie es gekocht wird“, meint, dass – wenn es tatsächlich eintrifft wie wir es erdenken – wesentlich abgeschwächter/ mit anderen Facetten/ anders etc. eintrifft. Je nach persönlicher Brille können diese Konsequenzen entweder in positivem oder negativem Licht betrachtet werden. (hier ein LeseTipp)  Meist wird der Druck umso höher, je negativer die gedachten Folgen unserer (Nicht-)Handlung sind.

Ich kenne viele Menschen, die sich Druck in allen möglichen Situationen machen: wie eine Beziehung zu laufen hat; wie viel Geld man auf dem Konto haben sollte (egal wie viel – es ist meist zu wenig); wie die geschäftliche Entwicklung laufen sollte; wie sich Kinder zu benehmen haben; wie viel wir wiegen sollten; wie wir aussehen sollten um noch jugendlich zu wirken … die Liste ist unendlich!

Druck wird aber von den meisten Menschen als negativ empfunden. Ja, es gibt einige Leute, die sagen, dass sie Druck brauchen um in die Aktion zu kommen … dann ist es gut, wobei ich persönlich das kaum nachvollziehen kann. Was ich mich dann frage, ist: Muss es erst schlimm kommen, bevor man handelt?  Oder noch anders: Wie schlimm muss es kommen, bevor man handelt? Auch da ist die Antwort sicher bei Jedem anders; und auch die Lebensbereiche, um die es geht, werden individuell unterschiedlich „gewichtet“. Ist dem einen das Gewicht eher egal, kann die Andere dort viel früher Handlungsdruck empfinden …

Wenn wir aber gedanklich in der Lage sind den Druck in Sog umzuwandeln (denn das ist die gleiche Energie nur mit umgekehrten Vorzeichen), dann wird aus dem „Minus“ oft ein „Plus“. Wenn ich nicht mehr ANGST vor dem habe was kommen könnte, sondern meine Brille wechsele und sage „Jetzt habe ich besonders viel Energie um xxx und yyy zu erreichen!“ … Wenn ich in der Lage bin meine Energien nicht verpuffen zu lassen – oder noch schlimmer sie an andere in destruktiver Art und Weise weiterzugeben – dann wird aus Frust Handlungsenergie, aus Ärger dann Antriebskraft und aus düsteren Gedanken wird ein Licht, das durchaus auch mal am Ende des Tunnels liegen kann.

Ich behaupte nicht, dass das einfach ist! Im Gegenteil – meine persönliche Erfahrung sagt mir, dass wir im Laufe unseres Leben IMMER und IMMER wieder mit solchen Situationen zu tun haben und wir – wie in der Schule oder in einem Seminar – uns ständig verbessern, entwickeln und mehr/ größer werden können! Das Geheimnis scheint zu sein, dass wir uns dessen immer wieder bewusst werden und – welche Ausrede und Situation auch immer – uns für eine Ausdrucksform entscheiden (müssen/ sollten).

Druck ist also der erlebte „Gap“ zwischen dem, was wir uns vorstellen was sein sollte und dem, was ist! Nicht anerkennen was ist, ist aber Leugnung des Jetzt. Druck ist die Illusion des möglichen Ergebnisses, welches wir als notwendig erachten um den Wunschzustand zu haben.

Sog ist eine Zugkraft, die uns dazu bringt mehr zu tun, als der Ist-Zustand anzeigt. Sog lässt uns Dinge tun, die wir „normalerweise“ nicht bräuchten bzw. tun würden und verleugnet das Jetzt nicht. Sog ist das Maß an Energie zwischen dem Jetzt und dem angestrebten Zustand … .

Wir können nicht mehr als unserer Bestes tun! Oftmals ist genau die Spanne zwischen Wunsch/ Vision und Ist-Zustand das Maß der Energie, das wir brauchen, um genau dort hin zu kommen! Aus diesem Grunde ist es auch so, dass bei großen Zielen große Widerstände aufkommen! Das Maß des Drucks/ Sogs/ der Energie bestimmt also maßgeblich, wie viel wir erreichen wollen … was wir als den Wunschzustand wählen! Kleine Ziele –  kleine Energie (oder Druck/ Sog); große Ziele – große Energie (oder Druck/ Sog).

Deshalb scheitern auch so viele an großen Zielen! Weil sie

  1. Nicht bereit sind so viel Energie aufzubringen und/ oder
  2. Es nicht schaffen die Energie von „Druck“ in „Sog“ zu verwandeln

Lassen Sie mich an dieser Stelle nochmals sagen, dass Sie es sicher – egal welche Aufgabe Sie haben oder wie Sie Ihre Situation erleben – aus Ihrem Blickwinkel nicht einfach haben oder die Lage eventuell sogar aussichtslos erscheint! Aber je größer der „Gap“– desto größer die Energie!

Konzentration und Fokussierung sind in diesen Zeiten besonders wichtig! Vielen hilft es auch zu meditieren um sich zu klären, Frust und Druck abzuschütteln; wobei wir eines registrieren sollten: Je eher wir meinen uns gerade das nicht leisten zu können, desto wichtiger ist es!

Denn wenn wir das nicht tun, kann diese Energie sich andere Bahnen suchen – wie das Unkraut, das durch die asphaltierte Strasse wächst und sich seinen Weg bahnt. Wie die Sexualenergie, die die verrücktesten Triebe kennt wenn man sie nicht lebt/ lenkt – wie der Frust, und die Verzweiflung, die uns dazu bringen kann gewalttätig zu werden, zu schreien, verzweifelt zu sein oder im schlimmsten Fall wenn wir diese Energie gegen uns selbst richten massiv krank zu werden oder sogar Selbstmord zu begehen.

Aber sind es nicht gerade die großen Philosophen, die schönsten Gedichte, die gerade aus solchen Situationen entstanden sind? Werden wir nicht durch die Songs berührt, die mit besonders viel Energie authentisch dargebracht werden? Fühlen wir nicht zwischen den Zeilen das Gefühl der Verzweiflung, der Hoffnung oder des größten Glücks?! In diesen Momenten hat der Autor/ Verfasser/ Sänger/ Songwriter etc. GEWÄHLT, dass er diese Energie nicht destruktiv auf sich wirken lässt, sondern produktiv einsetzt!

… und das kann Jeder! Wie ich vor kurzem ein Unternehmen besucht habe, dass von einer RIESENGROSSEN Vision gesteuert wird – und 4 Programmierer an einem Tisch gesessen haben, man mit 10 Personen sich jeden Quadratmeter Platz geteilt hat – an den Wänden motivative Zitate, Sprüche und Visionen gemalt waren … und noch weit davon entfernt war da zu sein wo man sein möchte. Die „to do-Liste“ war so lang wie der gemeinsame Wunschzettel der Jungen und Mädchen eines Kindergartens vor Weihnachten – aber man hat sich eine inspirierende, befähigende und aufbauende Umgebung geschaffen. Hier wurde Druck in Sog umgewandelt und an allen Ecken und Kanten hat es geknistert!

DAS ist Energie! DAS ist vorbildlich!

… und genau das wünsche ich JEDEM Leser!

Ihr/ Euer

Dirk (Jakob)

Ein Kommentar zu „„Ich stehe unter Druck…“

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