(Schein-) Sexualität im (Berufs-)Leben

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Sexualität ist eine unserer stärksten Antriebskräfte, sorgt für Spannungen, Verwirrungen, Ehen und Trennungen, Aufregungen und natürlich auch viel Spaß 😊 ! Und gerade im beruflichen Umfeld ist es wichtig, sich im Klaren zu sein, wie sie wirkt, Unterscheidungen treffen zu können, vorbereitet zu sein und Wirkungsweisen erkennen zu können.

Das bedeutet vor allem, dass wir akzeptieren, dass es immer „Spannungen und Reize“  zwischen den Geschlechtern (bei gleichgeschlechtlich Liebenden sicher auch innerhalb der Geschlechter) geben wird. Wesentlich wird sein, hier Energien, Absichten und Verhaltensweisen ganz klar zu trennen.

Um hier nur einiges zu nennen:

Liebe hat mit Sexualität nicht zu tun – allein das hat schon oft zu Verwirrungen und Enttäuschungen  gesorgt.

Sexualität hat nichts mit Freundschaft zu tun – denn würden sich sonst einige Paare nach der Trennung wirklich so verhalten?!

Anziehungskraft bzw. Energie hat mit Liebe und Sexualität nichts zu tun – kann aber zu erotischen Spannungen führen.

Lassen Sie uns das mal ein wenig beleuchten …

Viele meine Leser sind im Bereich Direktvertrieb tätig – und das ist ein Geschäft, in dem man vor allem mit Menschen zu tun hat. Man trifft sich, kommuniziert, verbringt Zeit miteinander, lacht, teilt Freude und Leid, wächst zusammen – und dann kann es „heiß“ werden. Dieses Zusammenwachsen, das gegenseitige Vertrauen, ist BESTANDTEIL und GRUNDVORAUSSETZUNG jeder erfolgreichen (Geschäfts-) Beziehung. Das zu leugnen wäre fatal und lebensfremd.

Gerade in solchen geschäftlichen Beziehungen ist es dann aber wichtig, sich selbst über seine Emotionen und Wirkungen im Klaren zu sein, keine „falschen Hoffnungen“ zu verbreiten und ehrlich zu kommunizieren.

Sex, Zuneigung, Freundlichkeit hat NICHTS mit Liebe zu tun wie wir oben schon festgestellt haben. Wenn wir Glück haben – dann kommt alles zusammen und wir haben dann in der Regel eine gute, dauerhafte (Lebens-)Partnerschaft. Das natürlilch nur für diejenigen, die es wollen …

Aber auch die Liebe allein ist sehr differenziert: Kinderliebe, Elternliebe, Eigenliebe, Tierliebe, Gottesliebe, Naturliebe, Vaterlandsliebe, Mutterliebe (um hier nur einige zu nennen) – und natürlich die körperliche Liebe, den Sex.

In keinem Fall sollten wir Menschenliebe oder enge Freundschaft mit Eros verwechseln. Ja, es gibt Menschen, die können da zwischen Kinderliebe und Eros nicht unterscheiden – ABER DAS IST KRANK!

Wir würden einen Fehler machen, wenn wir uns der „Liebe“ und/ oder „tiefen Freundschaft“ verschließen (denn wo hört z.B. Freundschaft auf und fängt Liebe an), weil wir Angst vor den mannigfaltigen Formen haben und nicht wissen wie wir und unser Partner damit umgehen. Sicher spielt hier auch die Selbstlosigkeit eine Rolle, denn Agape soll das ausdrücken: eine selbstlose Liebe zu Gott und den Mitmenschen; nichts wollen, nichts verlangen – für den Anderen da sein … .

Das Gegenteil wäre hier die „eifersüchtige Liebe“ in der man das Objekt der Begierde nur für sich haben will. Sie lässt dem Partner keinen Freiraum, ist besitzergreifend und es fehlt komplett das Vertrauen. Eifersucht und Vertrauen sind aber fast überall Teil einer Partnerbeziehung – die Frage ist hier das Gleichgewicht. Gar keine Eifersucht könnte suggerieren, dass man kein Interesse am Partner hat – bei zu viel: siehe oben!

Was wir nur sehr begrenzt beeinflussen können, ist die Interpretation unseres Gegenübers. Mir fällt oft auf, dass gerade unter Männern „herzliche und liebevolle Beziehungen“ fehlinterpretiert werden. Da nimmt der eine Mann den anderen herzlich in den Arm weil er seine „Wiedersehens-)Freude“ zum Ausdruck bringen will – und das Umfeld wundert sich über seine „homophilen Anwandlungen“ – und schon fühlt sich der Umarmte „komisch“. Aber seinen Freund nur deswegen nicht umarmen, damit das unwissende Umfeld nicht auf „falsche Gedanken“ kommen kann? Ist das die Lösung? Sicher nicht …

Am Arbeitsplatz sind wir oft und viel mit anderen Menschen zusammen und es wäre schlichtweg gelogen zu sagen, dass es nicht zumindest ab und zu, zu „Spannungen“ zwischen den Geschlechtern (oder eben auch gleichgeschlechtlich Orientierten) kommen kann. Das zu negieren wäre kindlich, denn es hängt von Stimmung, Situation und Laune ab, die sich sekündlich ändern kann. Es wahrzunehmen und für sich zu klären – DAS ist das Wichtigste. Es nützt auch nichts, sich hier Vorwürfe zu machen – denn es ist menschlich und es hängt nicht mit einem bewusstem Tun zusammen!

Etwas ganz anderes ist es aber, wie wir auf diese Reize reagieren! Gehen wir diesen Reiz ein? Nehmen wir das Glas (oder die Flasche) Alkohol als „Ausrede“ um zu sagen „Das was außerhalb der Normalität…“. Selbstverständlich hängt das auch mit unserer momentanen Verfassung ab – aber sollten wir uns nicht VOR dieser Situation im Klaren sein, wie wir dann reagieren? Ich lasse es einfach nicht gelten „Umstände“ für das eigene Verhalten als letztendlich Erklärung anzuführen.

Aber was machen wir, wenn wir feststellen, dass vom Gegenüber scheinbar etwas anderes „erwartet/ erwünscht/ erhofft“ wird?! Ganz einfach: ehrlich und höflich sein! Auch da weiß ich, dass es manchmal nicht so einfach ist – aber meines Erachtens nach ist es die einzige Möglichkeit. Es geht darum. Unseren gegenüber mit Respekt zu behandeln und das Verhältnis aus seiner Sicht zu benennen. „Gisela – Du bist mir ein sehr wichtiger Mensch und ich mag Dich. Du wirst einen Platz in meinem Herzen behalten, aber ein anderer Platz ist besetzt. Ich weiß, dass immer Verlockungen da sind – aber ich habe mich mit meiner Partnerin dazu entschlossen, diesen Weg zu gehen und treu zu sein.“

Viele begehen meines Erachtens nach den Fehler, dass Sie sich „verschließen“ weil sie solche Situationen vermeiden wollen. Sie ziehen sich zurück, verleugnen ihre „Freundschaft“ zum Gegenüber eventuell sogar deshalb um den eigenen Lebenspartner nicht zu verletzen. Viele Partner spüren, wenn von Dritten da „Energien“ ausgesendet werden, die über Freundschaft und Agape hinausgehen. Nochmals: Das wird immer mal wieder passieren und je eher wir lernen damit umzugehen, desto leichter wird es! Es dem Partner zu Liebe zu verleugnen, den betreffenden Menschen zu vermeiden oder gar „die Freundschaft zu kündigen“ zeigt nur die eigene Hilflosigkeit. Und: Wir können uns sicher sein, dass uns das Gleiche noch einmal passieren wird …

Gerade erfolgreiche Menschen verfügen über eine besondere Anziehungskraft. Egal ob im Beruf, im Sport oder einfach als der- oder diejenige, die aus der Masse heraussticht, verfügt man über ein Charisma, dass Menschen aufmerksam machen lässt. Und dann gibt es Viele, die „Faszination“ mit „Liebe“ verwechseln – auch dafür gibt es im psychiatrischen Umfeld Beispiele z.B. von Stalkern. Deswegen aber keinen Erfolg haben wollen – das ist nicht der richtige Weg.

Steht jemand in der Öffentlichkeit, ist Vorbild oder geht nur selbstbewusst seinen Weg, spricht es oftmals diejenigen an, die genau das bei sich selbst vermissen. Und nun wird es „tricky“: verfügt derjenige, der selbst nicht so ein hohes Selbstwertgefühl hat, aber durchaus erfolgreich sein kann, auch nicht über diese Selbstreflektion, meint er/ sie „Da bewundert mich Jemand“ und verwechselt diese Verhaltensweise mit echter Zuneigung. Da treffen sich 2, die sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit bald wieder trennen werden, weil sie „hinter den Vorhang“ schauen.

Gerade in einer Branche, in der man viel mit Menschen zu tun hat, wird es immer wieder zu solchen Fällen kommen: Da findet eine Frau einen erfolgreichen Mann toll, der aber schon (glücklich) verheiratet ist; da findet ein Mann eine gebundene Frau faszinierend, weil sie mit Herz und Verstand ihren Weg geht.

Das zu verleugnen wäre idiotisch; das vermeiden zu wollen, hieße, sich einzuschließen; den Partner soweit zu kontrollieren, dass es nicht passieren kann, bedeutet, dass man kein Vertrauen hat und damit die Grundlage für gesunde Beziehungen  entzieht. Das anzuerkennen, festzustellen, vertrauensvoll mit dem Gegenüber zu reden, bedeutet, dass Leben als Ganzes zu begreifen, wahrhaftig zu sein, seine Grenzen, seine Wünsche und sein Verlangen immer besser kennen zu lernen – und es ist eine Chance für die bestehende Beziehung zu wachsen, weil das Vertrauen wächst.

Das alles hat nichts mit ungebundenen Menschen zu tun, die einfach ihre Anziehung spüren und ihr sexuelles Verlangen ausleben wollen – obwohl das dann auch viele als „Liebe“ verwechseln. Schade eigentlich, denn wenn das klar ist, könnte sich evtl. Liebe entwickeln und mit Sicherheit kann man dann mehr Spaß miteinander haben 🙂 . Aber sicher gibt es auch „offene Beziehungen“, die da klar die verschiedenen Dynamiken trennen können … Aber darum geht es hier nicht.

Freundschaftliche Zuneigung ist in unserem Business absolut wichtig! Wichtig genauso, dass keine „darüberhinausgehenden Absichten oder Hintergedanken“ bestehen. Stellt man das fest, gilt es die Situation zu klären. Dem (eifersüchtigen) Partner zu Liebe auf diese freundschaftliche Zuneigung zu Anderen Menschen verzichten, hieße auch, ihn/ sie in seinem/ ihrem Drama zu unterstützen und fehlgeleitete Energien zu bekräftigen – das kann nur in den allerseltensten Fällen richtig sein.

Das tolle dabei: Man lernt halt in diesem Geschäft vor allem sich selbst kennen und lernt zu wachsen – und sich selbst kann man auch am wenigsten etwas „vormachen“ …

In diesem Sinne: bleibt verbunden und in Eurer Energie!

Ihr/ Euer

Dirk (Jakob)

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