Arbeite ich noch oder lebe ich schon? Oder: In welche Schublade möchten Sie denn gerne?

Gerade habe ich auf fb einen Post gelesen, in dem es darum ging wie sich die Generationen unterscheiden wenn es um das Thema „Arbeit“ geht. Da werden „Boomer“ genannt, die angeblich für die Arbeit leben (1946 – 1964); dann gibt es nach dieser Tabelle Menschen, die arbeiten um zu leben (1965 – 1979); Menschen, die Leben und arbeiten vereinbaren wollen (1980 – 1994) und wieder andere, die erst leben und dann arbeiten wollen (1995 – heute). Was ist mit denen, die nicht arbeiten wollen oder dies als notwendiges Übel ansehen. Auf den ersten Blick eventuell einfach und nachvollziehbar – auf den zweiten gefährlich … Was stimmt nicht mit/ an dieser Tabelle?

Wie so oft werden wir alleine durch die Art der Frage manipuliert, denn wenn man sich diese „Auswahl“ einmal näher anschaut, dann impliziert sie ja schon viel und lenkt uns – zumindest gedanklich – in eine Richtung, die gar nicht sein muss und ich sogar als gefährlich ansehe. Was soll diese „Unterscheidung“ eigentlich? Dann wäre ja auch die Frage erlaubt „Lieben Sie ihre Familie oder Ihre Arbeit?“ Was soll diese Fragestellung und was zeigt sie eigentlich, wie der Verfasser denkt und in welche Richtung die Zuhörer (denn es wurde innerhalb einer Schulung angeführt) gebracht werden sollen?

Das meiner Meinung nach Gefährliche ist, dass der Zuhörer hier vor ein „entweder – oder“ gestellt wird. Was sollen meine Kinder da denken? Das ich „entweder arbeite oder lebe?“ Das ich nur dann lebe, wenn ich nicht arbeite oder das Leben an mir vorbeigeht wenn ich arbeite? Warum soll das so sein? Vor allem zeigt es eines: Arbeit wird hier als etwas deklariert, dass „negativ“ ist, dem Leben „entgegensteht“, bei dem man „wählen“ muss … . Stimmt das? Sicher nicht!

Warum stellt man sich nicht die Frage: Wann wird Arbeit schwer? Wann entsteht Widerstand gegen Arbeit? oder auch: Wie kann Arbeit unser/ mein Leben bereichern? bzw. Wie erschaffe ich durch Arbeit ein glücklicheres Leben? Was möchte ich in meinem Leben auf die Beine stellen bzw. was ist mir so wichtig, dass ich es „hinterlassen“ will, was mich glücklich macht, Einkommen erwirtschaftet und mich finanziell unabhängig macht?!

Merken Sie, dass alleine die Fragestellung uns in eine Richtung lenkt, die für weitere Fragen und entsprechende Antworten (und damit Entscheidungen) unser Leben bestimmen?!

Sollten die Überlegungen nicht viel eher in die Richtung gehen, dass wir etwas tun, was wir gerne tun und zu dem man sich nicht überwinden muss? Denn „let´s face it“: Wir verbringen mit „Arbeit“ einen großen Teil unseres Lebens! Und das soll etwas sein, wozu ich mich/ man sich „überwinden“ muss? Leben am Wochenende und im Urlaub?! Das kann nicht sein …

Gerade habe ich von Kindern geredet – und da machen meines Erachtens nach viele Eltern schon einen grundlegenden Fehler mit der Fragestellung. Statt „Was willst Du einmal beruflich machen?“ sollte die Frage im Raum stehen „Wer willst Du einmal werden und welches Leben möchtest Du führen?“ Denn diese Frage ist hintergründiger und wenn man darauf eine Antwort gefunden hat, dann weiß „man/ Kind“ auch, was es tun möchte … .

Die Qualität und Richtung unserer Fragen bestimmen also unser Leben! Und nochmals sollten wir uns klar werden: WIR HABEN DIE AUSWAHL! Etwas langfristig beruflich tun zu müssen zeigt einfach,

  • dass wir nicht genug überlegt haben,
  • dass wir uns freiwillig Zwängen ausliefern,
  • dass wir in alten Gedankenmustern stecken,
  • dass wir unsere Bestimmung nicht kennen,
  • dass wir in vorgegebenen Rahmen denken, statt kreativ unser „Arbeitsfeld“ selbst zusammen zu stellen …

Diese Liste hat sicher keinen Anspruch auf Vollständigkeit – und das soll sie auch nicht. Zumindest aber soll sie uns klar machen, dass wir es nicht nötig haben, dauerhaft etwas tun zu müssen, was wir nicht wollen. Ich rede hier von „dauerhaft“, denn kurzfristig kann es sein, Arbeiten verrichten zu müssen, die man „eigentlich“ vermeiden möchte. Dies kann sein um zu lernen, seine Fähigkeiten auf bestimmten Bereichen zu erweitern, der aktuellen Situation Rechnung zu tragen, Anderen einen Gefallen zu tun usw..

Aber auch da stellt sich wieder eines heraus: Wir sind gerne bereit Dinge zu tun, die wir momentan nicht gerne tun, wenn wir dadurch unser gestecktes Ziel erreichen. So kann es sein, dass ein Fußballer nicht gerne Ausdauer trainiert, aber sein Ziel in die 1. Mannschaft zu kommen, eben größer ist und er weiß, dass ein guter Fussballer eben auch mindestens 90 Minuten laufen können muss. Oder ein Networker/ Selbständiger, der es nicht mag „Nein´s““ zu bekommen und abgewiesen zu werden, aber weiß, dass er sich seinen Kundenstamm und Team nur dadurch aufbauen kann, dass er vielen Menschen eine Chance gibt und die Geeigneten und Gleichgesinnten dann eben diese Möglichkeit erkennen. Denn: Ohne Ausdauertraining kleine 1. Mannschaft – ohne Nein´s keine Erfolge!

„Wie müsste eine Tätigkeit aussehen, bei der sie sich gerne 3- 4 Stunden wöchentlich über ihre jetzige Tätigkeit hinaus engagieren, damit Sie langfristig finanziell unabhängig werden?“  

„Wenn Sie etwas gerne und mit Liebe tun und damit das Geld verdienen könnten, was Sie sich wünschen – wie wäre das?“

„Wenn Sie sich eine berufliche Tätigkeit selbst kreieren könnten, die Ihnen Spaß macht, Erfolge bringt und Sie langfristig unabhängig sein lässt – wie sähe die aus?“

… sind das nicht andere Fragen?

„Möchten Sie lieber Schwein oder Rind?“ Antwort: „Gar nichts – ich möchte Möhrengemüse.“

„Ist Ihnen nicht 1,5 % Gehaltserhöhung lieber als 1,2 %?“ Antwort „Ich möchte über meine Gehaltserhöhung selbst bestimmen …“

„Nur wenn Sie Überstunden machen, verdienen Sie mehr…“ Antwort „Nur wenn ich eine andere Arbeit mache, verdiene ich das, was ich möchte…“

… denken wir also außerhalb der Box, sind wir offen für Neues, trauen wir uns was zu, statt den Vorgaben Anderer zu folgen oder ausgetretene Pfade zu beschreiten. Dazu sollten wir aber Gedanklich flexibel sein und im Klaren sein, was wir wollen. ALSO: WAS WILLST DU? Wie sähe Dein Leben aus, wenn Du mit dem, was Du liebst, Arbeit und Leben verbinden könntest, wenn es da keinen Unterschied mehr gibt?!

Viel Spaß beim Finden der Antwort!

Ihr/ Euer

Dirk (Jakob)

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