Resümee aus über 40 Jahren Network – Teil 2

Meine Website wird überarbeitet – und in diesem Zusammenhang haben die Programmierer nach meinen Veröffentlichungen gefragt. Hier fiel mir dann wieder dieser Blog ein, den ich – zugegebenermaßen – in den letzten Jahren durch die sehr vielfältigen, zum Teil (neuen) Aufgaben, sehr vernachlässigt habe. Interessanterweise gibt es aber fast täglich neue Leser, die durch die Schlagwortsuche auf 4p2p aufmerksam werden. Ein Artikel aus 2013 viel mir ins Auge: Resümee aus 35 Jahren – Teil 1. Also dachte ich mir: Es ist Zeit für Teil 2!

Hier möchte ich alle Leser an den Erkenntnissen, Erfahrungen und Fakten teilhaben lassen, die ich in den letzten Jahren erfahren habe. Vielleicht hilft es ja dem/ der Ein oder Anderen schwerwiegende Fehler zu vermeiden.

Aus Teil 1 kann ich noch gut die Enttäuschung herauslesen, die mich damals veranlasst hat, diesen speziellen Blog zu schreiben – aber auch den Respekt der Herausforderungen durch die Neugründung von hajoona, den es gab/ gibt. Ja, es war eine folgenschwere Entscheidung alles auf´s Spiel zu setzen um neu anzufangen. Eine gewisse „Erfahrung“ hatte ich ja damit aus der Vergangenheit: 

  • Kündigung des Beamtenstatus um meine Selbständigkeit im Direktvertrieb voran zu treiben    
  • Abrupter Stop nach 10 Jahren erfolgreichem Geschäftsaufbau im Network, dem Erreichen der höchsten Position, Milliardenumsätzen und 6- stelligen Monatsverdiensten – um dann völlig neu anzufangen und aufgrund der Weigerung der damaligen GF mir zustehende Gelder nicht auszuzahlen ein anschließendes Gerichtsverfahren zu eröffnen (welches ich nach Klageeinreichung meinerseits gewonnen habe, das Unternehmen dann aber zahlungsunfähig war)
  • Neuaufbau mit einem amerikanischen Network, wiederum dem Erreichen der höchsten Position und Kündigung (hier lernte ich hautnah den Unterschied der kulturellen Werte und wusste „Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende“) 
  • Aufbau einer der europaweit renommiertesten Trainings- & Beratungsgesellschaften im Direktvertrieb

2013 zog ich auch da im Alter von 54 erneut einen Schlussstrich – nicht einfach, aber konsequent. Denn ich wusste genau, dass ich als Geschäftsführer der Horizonte Training & Consulting GmbH nicht mehr von Firmen oder Vertriebsgruppen aus dem Network Marketing gebucht wurde, da hajoona GmbH ein Konkurrenzunternehmen ist. Die Gründe, warum ich hajoona mit Andrej Uschakov gegründet habe, wurde im „Teil 1“ ausführlich erläutert.

Zusätzlich versprach ich aus eigener Initiative heraus, den Führungskräften und Entscheidern der Unternehmen, mit denen ich in der Vergangenheit zusammengearbeitet hatte, es im ersten halben Jahr nicht zu kommunizieren, dass ich ein eigenes Networkunternehmen gegründet habe. Dies entsprach/ entspricht nicht meiner Auffassung von Loyalität. (Deshalb erschien der Blog auch erst im November 2013, da hajoona ab März 2013 „am Start“ war).

Ich kenne so viele Leute, bin bis heute vielen Führungskräften anderer Unternehmen verbunden … und wollte einfach keine Unruhe, Differenzen oder den Eindruck erwecken, meine „alten Kontakte“ zu nutzen, die ich als Trainer aufgebaut hatte. Das habe ich auch klar mit Andrej so kommuniziert, der ohne Nachfrage dafür sofort Verständnis zeigte. Wir haben die gleich Auffassung und teilen uns viele Werte – ein Grund, warum sich hajoona so entwickelt hat.

Viele haben mich gefragt, ob ich da nicht übertreibe, nicht „der Realität is Auge sehen will“, denn (Zitat): „Das machen doch alle so…“. Nein, ich habe noch nie das gemacht, was Alle tun, wenn ich anderer Meinung war. Letztendlich muss man sich selbst in die Augen schauen können und sagen „Ja, das entspricht dem was Du sagst, wovon Du überzeugt bist, wofür Du gehst.“

Fazit 1: Es ist gut, auch in schwierigen Zeiten zu seinen Werten zu stehen!

Auch als 1. Vorsitzender des von mir gegründeten NfH e.V. bin ich zurückgetreten – denn ich war nicht mehr neutral. Alle Vorstandsmitglieder baten mich aber inständig weiter zu machen und sprachen mir ihr Vertrauen aus. Wie heisst es: Ehrlich zu sein zahlt sich aus! Deswegen war ich stolz auf diese Geste.

Gerne habe ich diese Herzensaufgabe weiter geführt. Schade, dass aus „politischen Gründen“ nun der Verein, der im Laufe der Jahre eine 7- stellige Summe gesammelt und an soziale Projekte in der Welt verantwortlich verteilt hat, nun im März 2020 aufgelöst wird. Vielen scheint es wichtiger zu sein, ihren eigenen Namen in den Vordergrund zu stellen, statt „namenlos“ Hilfe zu leisten. Dies ist eine Maßnahme, der ich mich beugen musste und die mir sehr schwer fiel. Daraus entsteht nun ein neues, spannendes soziales Projekt …

Fazit 2: Manchmal muss man sich der Mehrheit beugen – man braucht aber nicht brechen!

Was ist nun in den letzten 7 Jahren passiert? Ist alles so gelaufen, wie ich es dachte? Hier ein klares Statement: NEIN!

Wie heisst es so schön: Wir können nur alles dafür TUN, dass sich unsere Vision verwirklicht, wir können darauf VERTRAUEN, dass der Weg der richtige sein wird – wir können es aber nicht WISSEN. Im übrigen hat „vertrauen auf…“ nichts mit „glauben an…“ zu tun. Glauben muss ich Dinge, ich ich nicht kenne, die mir andere erzählen und ich nicht nachprüfen kann – „Vertrauen auf“ bedeutet sehr wohl, dass ich weiß was ich tue, meine Handlungen einen (faktischen) Grund haben, ich abgewägt, verglichen und bewusst gewählt habe; und ich habe darauf vertraut!

Fazit 3: Auch wenn es um „Alles“ geht – sich in Sicherheit zu wägen, ist eine Illusion.

So war es im ersten Jahr so, dass sich eine Bekannter – der in der Branche Erfahrung hatte und schon vor dem Start von hajoona auf der Suche nach einer neuen Herausforderung war – sich auch als „Vertriebsleiter“ angeboten hat. Wir haben es im internen Kreis besprochen und beschlossen, es zu versuchen. Das hat sich aber innerhalb weniger Monate als Fehler herausgestellt, denn er wollte lediglich Gelder abgreifen und war nicht bereit, die tägliche Arbeit zu tun. Nach einem halben Jahr habe ich die Konsequenz gezogen – mit dem Ergebnis, dass er dann schlechte Stimmung verbreitete und Andere verunsicherte. Schade für ihn und diejenigen, die sich von seinen Irritationen haben ablenken lassen … Er hat es bei 3 anderen Firmen ebenso versucht und war nach immer kürzerer Zeit wieder freigestellt. 

Fazit 4: Treffe immer die richtigen Entscheidungen – auch wenn es harte Konsequenzen hat und Du die Folgen nur teilweise absehen kannst.

Wir wurden belächelt „Kaffee und Saft – was will er damit erreichen“, bekämpft (schon im ersten Monat wurde unsere Website von der Konkurrenz abgemahnt – bis auf einige ganz wenige Änderungen konnte die Seite aber so bestehen bleiben), ich habe – statt vor Hunderten/ Tausenden Menschen zu sprechen – dann 5- 15 Leute trainiert… Bei unserem ersten Meeting in Heidelberg waren keine 20 Personen mit einem Altersdurchschnitt vor über 60 – wobei die Hälfte Familienmitglieder und Angestellte waren. Andrej und ich wussten aber was wir wollten, vermittelten das „große Bild“ – und Einige derjenigen, die anwesend waren, sind heute erfolgreiche Führungskräfte bei hajoona! Andere werden den Tag damals vergessen haben …    

Fazit 5: Bleibe bei Deiner Vision, nähre sie, suche Dir Verbündete und gehe offenen Augen Deinen Weg. Sei Dir aber bewusst, dass Dich anfänglich mehr belächeln, als Dir zur Seite zu stehen.

Es ist nicht Sinn und Zweck, hier alle Jahre aufzuarbeiten, aber das Ergebnis möchte ich dann schon anführen, denn JEDER muss sich kritisch prüfen lassen:

  • Wir sind in den Jahren 2018, 2019 und 2020 laut statista (Deutschlands größtes Statistikunternehmen) in Zusammenarbeit mit dem Wirtschaftmagazin FOCUS drei mal im Bereich Gesundheit, Soziales, Erziehung und Bildung als „Wachstumschampion“ ausgezeichnet worden und haben 2 mal den 1. Platz belegt.
  • In der Financial Times Europe wurden wir unter den wachstumsstärksten Unternehmen Europas gelistet und ausgezeichnet.
  • Im Jahr 2019 und 2020 wurde ich persönlich unter den „TOP 100 Unternehmer Excellence“ Deutschlands aufgeführt und gelistet.
  • hajoona liefert mittlerweile in 27 Länder, 10.000´de Kunden und Teampartnern vertrauen unseren Produkten und unserem Geschäftsmodell des „Personal Franchise“.
  • Keine einzige unserer Führungskräfte hat uns in den letzten Jahren verlassen oder ist zu einem anderen Unternehmen gewechselt! Darauf bin ich besonders stolz, denn es zeigt die Kontinuität, die Zufriedenheit der Partner und die Stabilität des Unternehmens.
  • Unser hajoona Campus mit den Bereichen der „HealthAcademy“, „BusinessAcademy“, „KidsAcademy“, „StaffAcademy“, „TrainerAcademy“ und „InternationalAcademy“ setzt komplett neue Standards. Jeder Partner bekommt das Wissen an die Hand, was er benötigt um dauerhaft erfolgreich zu sein – um dann später als Führungskraft ein individuell zusammengestelltes Programm zur Entwicklung der eigenen Fähigkeiten zu durchlaufen.
  • Wir arbeiten mit weltweit anerkannten Wissenschaftlern, der Universität Heidelberg, dem COS (Center of Organismal Studies) zusammen und haben riesige Produkterfolge. Das interessante ist, dass einige auf uns zugekommen sind – und nicht umgekehrt …  

Ich könnte hier noch einige Aspekte aufführen, bleibe aber bei dieser kurzen Zusammenstellung.

Fazit 6: Die Vision von „Familie & Karriere“, „Motivation & fundierte Ausbildung“, „Reichtum & Persönlichkeitsentwicklung“ begeistert viele Menschen. 

Es war nicht einfach, denn Viele glauben an die Mär vom „einfachen Erfolg“, fallen immer wieder auf die Heilsprediger herein, die schnelles Geld versprechen – aber es gibt eben auch eine intelligente Klientel, die hinter den Vorhang der immer wieder gleichen Motivationsveranstaltungen schauen, die wissen, das ein Business mit Substanz auch eine starke Basis braucht. 

Aber es gab auch Gespräche mit vielen anderen Networkern, die über Jahre versucht haben, ihr Geschäft aufzubauen – es aber nicht geschafft und immer wieder gehört haben „Du musst nur wollen – und nur Du bist für Deinen Erfolg zuständig.“

Sorry – aber DAS IST ABSOLUTER QUATSCH!

Es nützt nichts ein guter Autofahrer zu sein – wenn man kein gutes Auto hat. Man kann als Monteur nichts schaffen – wenn das entsprechende Werkzeug fehlt! 

Warum lassen sich diese Menschen einreden, dass allein sie „Schuld“ sind?! Nein – das stimmt eben nicht. 

SELBSTVERSTÄNDLICH ist die eigene Aktivität und das eigene Durchhaltevermögen von ausschlaggebender Bedeutung! Aber was eben auch stimmt ist, dass 

  • eine fundierte Ausbildung (welcher Beruf hat das nicht, welcher Sportler hat keine Trainer mit Fachwissen …), 
  • wirksame, effiziente Produkte mit einem fairen Preis-/ Leistungsverhältnis   
  • Ausgebildete Führungskräfte, die GEMEINSAM mit dem Neuen arbeiten und nicht nur „vorturnen“ oder „schlaue Ratschläge geben“
  • Ein gerechter Verdienstplan, der ebenso kurzfristiges Engagement z.B. über den Verkauf der Produkte und auch langgediente Führungskräfte gut bezahlt
  • Und letztendlich ein solventes Unternehmen, welches in dem Land der Tätigkeit den gesetzlichem Rahmen entsprechende Gesetze einhält und den Partnern Rechtssicherheit gibt (das man so etwas überhaupt schreiben muss – aber es gibt viele Unternehmen, die ihm Ausland agieren und sich dadurch nicht nur den steuerlichen Pflichten, sondern auch den hiesigen Gesetzen entziehen)

für dauerhaften Erfolg von essentieller Bedeutung und ausschlaggebend ist.

Nun weiß ich auch, dass viele „Führungskräfte“ aus Eigennutz einfach anders argumentieren, denn es könnte ja sein, dass sich die eigene Downline einmal schlau macht und „Fehler im System“ bemerkt. Schade …

Fazit 7: Man kann die besten und einleuchtendsten Argumente haben – gegen Verblendung, Dummheit oder „nicht wahr haben wollen“ ist kein Kraut gewachsen und Menschen rennen lieber in das eigene Verderben, als aufzuwachen und das eigene Ego in Frage zu stellen.

Letztendlich hat jeder sein Schicksal selbst in der Hand! Deshalb empfehle ich allen Lesern:

Schaut Euch genau an, welchem Unternehmen oder welchen Menschen ihr Euch anschließt und wem ihr vertraut. Wenn ihr einen Fehler gemacht habt – egal … berichtigt ihn 😌. Es ist alles kein Problem, solange ihr die richtigen Schlüsse darauf zieht!

Ihr/ Euer

Dirk Jakob