Der Irrtum mit der Duplikation …

Immer wieder erlebe ich, wie Menschen scheitern, obwohl sie ja „genau das so tun, wie man es ihnen gesagt hat“. Das ist auch natürlich und klar – für Viele aber nicht nachvollziehbar und aus diesem Grunde möchte ich hier darauf eingehen.

Um – egal was man tut – „erfolgreich“ zu sein (in dem Zusammenhang meint es gesteckte Ziele zu erreichen) braucht es einerseits sicher das Werkzeug. Man muss also wissen „Wie geht das denn?“ Als Networker muss ich z.B. wissen, welches die Vorteile meiner Produkte sind, WIE ich mit Menschen sprechen kann, sodass sie geneigt sind, mir zuzuhören und offen sind. Als Kugelstoßer muss ich wissen WIE ich die Kugel zu halten habe, die Technik beherrschen; als Friseur sollte ich mein Handwerkszeug kennen, wissen, WIE ich Haare schneiden kann, welche (technischen) Möglichkeiten ich habe die Form hinzubekommen, die gewünscht ist. So könnte ich sicher bei jedem Beruf weitermachen … .

Gleichzeitig kann ich mir ein „Beispiel an …“ nehmen. So mache ich es, wenn ich herausragende und vorbildliche Eigenschaften bestimmter Personen sehe, die ich für mich ausbilden möchte – so z.B. den Humor des Dalai Lama oder die Vorgehensweise bei Konfliktsituationen und Wortgewandheit eines Helmut Schmidt. Was ich dann tue, ist, mich erst einmal fachlich weiterzubilden, zu schauen, wie ich mir das Wissen aneignen kann, das es braucht, um diese Eigenschaften bei mir zu verstärken – manchmal geht das, manchmal nicht.

Fakt ist aber, dass ich zwar Techniken und Wissen erwerben kann, nicht aber die Quelle der Inspiration habe, die mein „Vorbild“ hat. So kann ich die gleichen Sätze sagen, die gleiche Körpersprache anweden – aber das Wesen-tliche wird dabei nicht zum Tragen kommen. Genau das ist dann auch die Schwierigkeit der Duplikation! Ich kann meinem Coachees „die Worte in den Mund legen“, die besten Ideen haben, geniale Werbetexte entwickeln und meine „100 % Treffer Chance“ an die Hand geben – es wird nichts wirklich nützen. Das Wichtigste fehlt dabei: die eigene Inspiration!

So erlebe ich häufig, dass Menschen versuchen Menschen statt Eigenschaften zu duplizieren – ja quasi versuchen sie zu klonen. Das kann nur in der Sackgasse enden! Die Wissenschaft hat ja schon vor langer Zeit herausgefunden, dass lediglich 7 % von dem, WAS ein Mensch sagt, beim Gegenüber ankommt. Viel wichtiger ist das WIE, Mimik, Gestik, Körpersprache, Stimme etc. . Das alles zu kontrollieren fällt EXTREM schwer oder ist in manchen Fällen schier unmöglich. Wenn wir uns vergegenwärtigen, dass wir Menschen allein über 47 verschiedene Augenlidstellungen verfügen und sie je nach Gefühlslage einsetzen (und dies sicher in den meisten Fällen unbewusst), können Sie sich vorstellen, dass es kaum vorstellbar ist, das alles unter „einen Hut“ zu bringen.

Was sich also immer durchsetzen wird, ist die eigene Einstellung, die Art und Weise, wie wir zu den Dingen stehen, unser Selbstbild/ Selbstwertgefühl; die ECHTE Haltung den Dingen und Menschen gegenüber. Auf dieser Ebene kann man also Menschen nichts vormachen – und sie auch nicht duplizieren. Wenn es also um Dinge wie „Begeisterungsfähigkeit“ geht sind Produkte und Worte erst einmal gleichgültig, denn viel mehr als das, WAS gesagt wird, zählen eben die eigenen Werte und  Haltungen. Da kann auch das tollste Incentive veranstaltet  und bis zum Umfallen trainiert werden – es nützt alles nichts, wenn es auf keinen „fruchtbaren Boden“ fällt. Vergleichen Sie es, als wenn Sie zwar einen gesunden Samen haben, er aber auf Stein fällt.

So gilt es also, zunächst den Ursprung der eigenen Inspiration, der eigenen Begeisterungsfähigkeit (und in meinem Falle des Dalai Lama meinen eigenen Humor ) herauszufinden. Es gilt, die Quelle anzuzapfen, um sie dann in Form zu bringen. Und diese Form – das sind die Worte. Worte ohne Inhalt bewirken nichts. Begeisterung ohne Worte ist greifbar, fühlbar und ansteckend. Ein Lachen oder Weinen – egal in welcher Sprache – wird immer verstanden und berührt Menschen.

Und so können auch gut Ergebnisse  erklärt werden: „Aber ich habe doch so viel GETAN … und es ist nichts passiert.“ Klar – aber wenn wir von Haltung und Einstellung reden, dann reden wir nicht vom TUN, sondern vom SEIN. Als Führungskraft würde ich dann als erstes die wahren Hintergründe des „Versagens“ herausfinden, denn EGAL WIE VIEL MAN DANN TUT, es wird immer das gleiche herauskommen.

Einmal sagte mir ein Gast, nachdem ich von der Bühne kam „So wie Sie möchte ich Menschen auch manipulieren können! Zeigen Sie mir doch wie das geht…“ Irritiert schaute ich ihn an „Diese Show, die Sie da abziehen ist wirklich toll – man glaubt Ihnen jedes Wort.“ Ich wusste nicht was ich sagen sollte, denn er verstand nicht, das ich es wirklich so gemeint habe. Er schaute auf den Effekt – ich habe auf meine Intention geachtet: Wie stehe ich hinter dem was ich sage? Kann ich mich 100 % mit dem identifizieren, was ich behaupte? So habe ich ihm das dann erklärt und er hat es nicht verstanden, denn er war lediglich auf die Wirkung (den Erfolg) fokussiert und nicht auf das Wesentliche, denn Körpersprache, Mimik, Gestik etc. sind IMMER Ausdruck eines jeweiligen emotionalen Zustandes.

Worte sind Hüllen; Erfolge sind nichts anderes als die Manifestation der eigenen Inspiration in Verbindung mit dem „Ganzen“ und meinen mir zur Verfügung stehenden Möglichkeiten/ Kenntnissen; Erfolge sind neutral, sie erfolgen, egal was und ob ich etwas tue. Sagt mir jemand es sei etwas passiert, was er nicht wollte (Misserfolg) liegt es fast immer an seinem Ausgangspunkt, an SEINER Haltung – wenn es an fehlendem Wissen liegt ist es einfach nur dumm!

Ihr/ Euer

Dirk (Jakob)

3 Kommentare zu „Der Irrtum mit der Duplikation …

  1. Hallo Dirk,
    danke für diesen Bericht. Mir war schon immer klar, dass mein „Sponsor“ nicht für meinen Erfolg verantwortlich ist, sondern dass ich all das, was ich haben will ausstrahlen muss in dem ich ICH bin. Wer mich so akzeptieren kann, wie Ich BIN, der wird den Weg gerne mit mir gehen.
    Liebe Grüße
    Halina

  2. Hallo Dirk,
    du hast das so wunderbar in Worte gefasst, was ich bei mir selbst seit der Aktiv-Woche in Mallorca spüre – Begeisterung durch alle Poren – nicht laut – aber immer – und es fließt einfach aus mir heraus – und was das Allerschönste dabei ist: meine innere Haltung ist: ICH BIN. Ganz ich selbst, niemand anderes und genau so spüre ich selbst meinen persönlichen Erfolg in mir selbst und mein Gegenüber genauso! Solange ich „duplizieren“ wollte, war es anders – aber jetzt ist es super!
    Liebe Grüße
    Elke

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