Gefahren im Network …

Als bekennender Fan und Experte des Network-Marketing (oder eben auch Empfehlungsmarketing) kenne ich die enormen Vorteile, die dieser Vertriebsweg zu bieten hat. Trotz aller – meist unqualifizierten – Einwände, kann Networking eine Antwort auf viele herausfordernde Probleme dieser Zeit sein (um hier nur einige zu nennen):

 Wirtschaftliche Absicherung, Persönlichkeitsentwicklung, beruflicher Erfolg, arbeiten und lernen im Team, Beratungsqualität, Chance auch für innovative Produkte bekannt zu werden (so haben viele Produkte erst im Network ihren Erfolg gehabt um dann später im Einzelhandel Fuß zu fassen), Freundschaften schließen und Gleichgesinnte kennenlernen, eigene Fähigkeiten erweitern und persönliche Potentiale kennenlernen, Abwechslung in der Tätigkeit, ungeahnte Karrieremöglichkeiten, die Chance, eine eigenes, internationales Geschäft aufzubauen ohne Investitionen zu tätigen welches man später vererben kann …

Aber es gibt auch Gefahren! Ich möchte an dieser Stelle nicht die Fallen auflisten, in die die Unternehmensleitung hineintappen kann – ich möchte hier auf diejenigen der „Vertriebler“ eingehen.  Sicher nicht für die Anfänger – eher für diejenigen, die schon länger dabei sind und gewisse Erfolge erzielt haben. Das Fatale dabei ist, dass aber diese Fehler und Unachtsamkeiten auf die gesamte Organisation zurückschlägt und damit auch die „Kleinen“ betroffen sind. Fangen wir doch einfach einmal an, einige dieser Gefahren aufzulisten:

1. Personifizierte Identifikation! Menschen brauchen einen Menschen mit dem sie sich identifizieren können. Das ist sicher nicht nur im Network so – denn würde apple heute so dastehen, diese Erfolge vorweisen, wenn es keinen Steve Jobs gäbe? Die Weltreligionen sind darauf aufgebaut (Christentum, Islam, Buddhismus…). Projizieren wir nicht unsere Hoffnungen meist auf Menschen und sind es nicht meist die charismatischen Personen, die große Unternehmen zum Erfolg führen? Sicher haben sie ein Team von fähigen Menschen um sich versammelt, klar beraten sie sich mit diesen Personen, klar haben sie Coaches, Vorstandskollegen, ein Leaderboard und Freunde  – die letztendliche Führung aber  übernehmen sie. DIESE PERSONEN bestimmen, „wo es langgeht“ – und teilweise auch gegen Widerstände aus den eigenen Reihen. Ob es Leute wie Mary Kay, Marc Hughes, Josef Neckermann, Bill Gates oder viele mehr sind. Wir kennen alles das Sprichwort: Viele Köche verderben den Brei … . Somit kommen wir gleich zu Punkt 2

2. Selbstüberschätzung! Viele die „gutes Geld“ verdienen, begehen den Fehler, diese Verdienste ausschließlich sich und ihrer Aktivität zuzuschreiben. Meist werden solche Erfolge aber nur im Team erreicht und sind eben auch diesen Leitfiguren zuzuschreiben. Diese Leitfiguren sind meist die Eisbrecher, die vornweg fahren und erst den Weg frei räumen; nachfolgende Schiffe hatten nicht das Problem „das Eis zu brechen“.  Oder glauben Sie im Ernst, dass ein apple-Laden von sich behaupten könne, er selbst habe den Erfolg gemacht und Steve Jobs oder die Produkte wären nebensächlich? Aber genau das passiert häufig. Sogenannte „Führungskräfte“ – deren  Selbstüberschätzung mit den ausgezahlten Provisionen weiter steigt – glauben dann, sie selbst wären dafür verantwortlich, fangen an „eigene Wege zu gehen“, intervenieren (meist im Untergrund und erst später offensichtlich und öffentlich), haben keine Zeit mehr für die wirklich wichtigen Dinge – vergessen, dass das Wort Verdienst die Tätigkeit des Dienens impliziert. Grundlegende Dinge werden vernachlässigt und Nebensächliches rückt in den Vordergrund – die in der Branche bekannte „Managerkrankheit“.

3. Fehlende Ausbildung! Gerade anfängliche Erfolge sind in dieser Branche einfach zu erreichen: das Maß der eigenen Begeisterung, gepaart mit Inspiration und Arbeit sind wohl die wichtigsten Parameter für den Einstiegserfolg. Später kommen dann aber andere, wichtige „Grundqualifikationen“ hinzu: die Fähigkeit zu kommunizieren und pro-aktive Feedbacks zu geben; zu coachen und vor allem coachbar zu sein; seinen Horizont zu erweitern denn mit der Menge der Downline wächst automatisch die Anzahl der menschlichen Eigenarten, die es zu verstehen gilt; seine eigene Wahrnehmung zu schärfen; kaufmännische Grundlagen zu erlernen; die Fähigkeit zur Promotion (eine der wichtigsten Eigenschaften); Erweiterung der eigenen Qualifikationen – und vieles mehr. Viele sagen sich: „Das hat anfänglich auch ohne das alles geklappt – wozu brauche ich es später?“  Um den Vergleich zu ziehen: Glauben Sie irgendein Geschäftsstellenleiter oder ein Vorstand, ein Manager oder auch nur ein Filialleiter würde auf die Idee kommen zu sagen „Ich war als Verkäufer erfolgreich – das reicht. Warum soll ich jetzt was dazu lernen?“ … und damit geht eine der größten Gefahren einher:

4.  Egoismus und mangelnde Teamfähigkeit! JEDE Führungskraft der klassischen Wirtschaft in Unternehmen besucht regelmäßig Fortbildungskurse, die meist unternehmensintern angeboten oder die von einer eigenen Abteilung des Unternehmens empfohlen werden; Trainer werden instruiert und auf die unternehmensspezifischen Besonderheiten hingewiesen. Sie haben „Vorgesetzte“ – und im besten Fall Mentoren – die um die zukünftigen Herausforderungen wissen und ihr Team darauf vorbereiten, AUCH WENN ES DER EINZELNE IM TEAM SELBST NOCH GAR NICHT ERKENNT. Weltweit tätige und erfolgreiche Unternehmen haben SÄMTLICH eigene Fortbildungsakademien und deren Führungskräfte sind VERPFLICHTET solche Maßnahmen zu besuchen. Im Gegenteil: Werden bestimmte Trainings nicht besucht, kommt eine Beförderung erst gar nicht in Frage! Als „selbständiger Networker“ meinen dann viele, „so etwas nicht zu brauchen“ oder sich genau diejenigen „Trainer“ und „Coaches“ zu suchen, die ihnen „passen“. „Passen“ heißt hier oftmals: „der gleichen Meinung sind“ oder zumindest das eigene Verhalten nicht kritisch hinterfragen.  Wie kann aber eine Entwicklung stattfinden, wenn das eigene Verhalten nicht kritisch hinterfragt wird, Glaubenssätze überprüft werden und eventuell für den Einzelnen in der Situation „unangenehme“ Vorgehensweisen gefordert werden?

So haben viele Menschen Angst auf der Bühne zu stehen  und vor einer größeren Gruppe von Menschen frei zu sprechen. Hier braucht es neben der eigenen Überwindung auch oftmals Motivation von Dritten und dem Vertrauen, dass man es schon schafft. Das klappt meist, weil dieser Prozess schon nach ein paar Wochen bzw. Monaten stattfindet und der Einzelne noch lern- und teamfähig ist. Fehlt später aber in anderen Situationen dieses Vertrauen zum Coach oder ist man zu träge, von sich selbst zu eingenommen oder fehlt die Einsicht dass das Team für den Geamtentwicklung entscheidender ist als die Meinung ndes Einzelnen – fehlt die Entwicklung und es setzt Diversifizierung ein … . Aus einem starken Team werden viele kleine, die sich immer mehr aufsplitten. Sie wissen genau was ich meine, wenn Sie sich ein Bild vor Augen führen: Wenn man glühende Holzkohlestückchen zusammenschiebt bleiben sie wesentlich länger heiß als wenn man sie auseinander schiebt …

Tragisch ist, dass sich diese Fehler nicht nur „dupliziert“, sondern man als erfahrener Coach diese Verhaltensweisen kommen siehst, sie im Vorfeld anspricht und DIE MENSCHEN TROTZDEM in diese Falle tappen und viele ihrer Gefolgsleute (Downline) darunter leiden. Viele Menschen, die nicht in dieser Branche sind, fragen mich dann oft „Wie kann es sein, das so erfolgreiche Firmen dann nach einigen Jahren scheinbar in der Versenkung verschwinden?“ Genau aus diesen Gründen …

Was – glauben Sie – würde passieren, wenn Steve Jobs apple nicht mehr leitet? Was würde mit der „Faszination apple“ passieren, mit den Abverkäufen, dem Image und den Aktienkursen? Wie würden die Händler vor Ort reagieren, wenn sie feststellen würden, dass er sich nur deswegen zurückgezogen hat, weil er es leid war gegen Attacken aus dem eigenen Lager anzukämpfen? Weil sich einfach einige seiner „Manager“ zusammengerottet haben um einen Boykott durchzuziehen, die Maßnahmen von Steve Jobs zu unterlaufen oder noch schlimmer: eine  „Palastrevolution“  anzuzetteln? In der „normalen Wirtschaft“ würden solche Leute wahrscheinlich gefeuert … im Network sind aber alle „selbständig“ und jeder kann machen was er will. Klar – aber meine Freunde: Kennt ihr die Konsequenzen?!

Viele dieser „ehemaligen Führungskräfte“ haben ihr Fehlverhalten eingesehen – aber nun ist es zu spät! Manche sind eben bereit für ihr „Recht haben“ jeden Preis zu zahlen – auch die eigene Existenz!

Ihr/ Euer

Dirk (Jakob)

3 Kommentare zu „Gefahren im Network …

  1. Hallo Dirk,

    die Probleme/Gefahren, die du ansprichst, spürt man allenthalben.
    Nicht nur im Network-Marketing, auch in der traditionellen Wirtschaft, in gemeinnützigen Vereinen, politischen Vereinigungen etc.
    Sehr hilfreich, dass du sie benennst und auch Lösungsansätze vorstellst. Vielen Dank.

    Steht über allem zunächst der Erfolg?
    Muss ich erst erfolgreich sein um mich mit den angesprochenen Problemen zu beschäftigen?
    Erfolg sollte nicht immer nur wirtschaftliche Unabhängigkeit sein.
    Daran werde ich jedoch gemessen, mein eigenes Augenmerk liegt auch sehr darauf. Klar!

    Wie begegne ich den angesprochenen Gefahren, wie kann ich sie erkennen? Wie erfahre ich meinen Mangel?

    Meiner Meinung nach geht es nicht ohne eine gehörige Portion Demut. Beginnend mit der Demut vor meinem eigenen Leben.

    Erst dann kann ich Erfolg nachhaltig gestalten.

    Herzliche Grüße

    Olaf Strato

    1. Hallo Olaf,

      die Frage nach dem „Erfolg“ ist sicher vieldeutig. „Erfolg“ ist erst einmal neutral, wird aber meistens benutzt, wenn es um die Erreichung finanzieller Ziele geht – das meine ich hier nicht (und gut das Du es ansprichst). Für mich ist ein Paar erfolgreich, wenn es Probleme und Herausforderungen des Zusammenlebens meistert; Eltern, die ihre Kinder dazu befähigen ein selbstbestimmtes Leben zu führen; ein Führungskraft im Network, die es schafft, Menschen in ihrer Downline zu befähigen ihr eigenes Geschäft aufzubauen – und das im Einklang mit DEREN Werten etc. .

      Mit Geld kann man Menschen sehr leicht manipulieren „Mein Haus, mein Auto, mein, mein, mein …“ Nach dem Motto: Erfolg (in dem Fall Geld) ersetzt alle Argumente; ich finde es schrecklich! Es ist in etwa so: Egal, wie Du das Thermometer auf Temperatur bringst – es muss oben stehen, auch wenn du das Mobiliar im Zimmer verbrennst. Denn Geld ist richtig verstanden nichts anderes als das Thermometer – in keinem Fall aber die Temperatur an sich!

      Wie man den Gefahren begegnet finde ich nicht immer einfach: Ich in meinem Fall habe mir ein Umfeld aus Freunden, Mentoren und Kollegen erschaffen, welches sich gegenseitig coacht, Hinweise gibt, auf „Denk-„Blockaden aufmerksam macht, ehrliches Feedback gibt. Meist haben die „Großkopferten“ keine Menschen mehr, die ihnen ehrliches Feedback geben, denn es wird eine Kultur aus Speichelleckern und JaSagern erschaffen. Das erlebe ich bei Firmeninhabern ebenso wie bei Führungskräften (und das hat nichts mit der Branche sondern dem Persönlichkeitstyp zu tun; ja sogar in der „spirituellen Szene“ ist solch ein Verhalten oftmals anzutreffen…). Und JA … DEMUT ist nicht nur der Mut sich zu verbeugen, seine (kleine) Rolle im großenb Ganzen zu sehen, sondern ist auch meies Erachtens unendlich wichtig!

      Big Hug

      Dirk

  2. Lieber Dirk,

    Du hast so recht. Mein Fazit: Erfolg gibt es nur im Team. Die Zeiten einsamer Krieger sind lange, lange vorbei — zum Glück (so viel Blutvergießen).

    Was Apple betrifft, haben sie ein Problem, wenn Jobs weg ist — er ist nicht duplizierbar. Das ist das Ende im Network-Marketing. Insofern auch ein gutes Anti-Beispiel.

    Mit herzlichem Dank und Grüßen aus Berlin, mein kleiner Beitrag zu den Gefahren im MLM.

    Herzlich,
    Andi

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