Das ist doch alles das Gleiche ….

An diesem Wochenende waren Freunde zu Besuch und wir haben uns angeregt unterhalten. Hier ging es dann auch darum, Unterscheidungen zu treffen und eben nicht alles in einen Topf zu werfen. Dabei sind mir verschiedene Gründe, warum Menschen manchmal komplett aneinander vorbei reden, aufgefallen:

1.    Je stärker die eigene Meinung verfestigt ist, desto schlechter ist die eigene Wahrnehmung

Was bedeutet das? Wir sollten zwischen „Meinung haben“ und „der eigenen Wahrnehmung“ unterscheiden. Meine Wahrnehmung muss also nicht immer mit meiner Meinung zu tun haben… . So kann ich wahrnehmen, dass mein Gegenüber offen, einsichtig oder auch verstockt bzw. verbohrt ist – das hat erst mal nichts mit meiner Meinung zu dieser Person oder einer Angelegenheit zu tun.

Was wir aber alle klar bemerken können ist, dass – je mehr ein Mensch eine bestimmte Meinung zu einem Thema hat, desto „schlechter“ oder „getrübter“ wird die Wahrnehmung zu diesem Thema an sich. Ja es geht sogar soweit, dass gewisse offensichtliche Aspekte völlig ausgeblendet werden.

Ob es nun um das Thema Network (Wenn hier die Meinung festgefahren ist, spielt Objektivität keine Rolle) oder eigenes Verhalten (Die Frage „Meinst Du, nicht, dass Du da zu hart reagierst?“) geht – je stärker die Meinung, desto geringer die Aufnahmefähigkeit und damit Wahrnehmung der Situation…

Nun gilt es aber für Menschen in der Kommunikation (und das ist eine der Hauptaufgaben von Networkern) eben möglichst viel wahrzunehmen, um unseren Gesprächspartner zu erkennen, seine Wünsche und Bedürfnisse, Sorgen und Visionen zu sehen um individuell argumentieren zu können. Hat man aber schon im Vorfeld eine Meinung (ob zur Sache oder zum Menschen) ist die Brille getrübt – oder sogar blind. Kein Wunder, dass da viele nebeneinander her reden ..

2.    Intuition ist nicht gleich Emotion ist nicht gleich Gefühl

Viele Menschen sagen, sie hören auf ihre Gefühle – dabei haben alte Glaubenssätze sie total im Griff und die Gefühle treten gar nicht zu Tage, weil sie mit alten Paradigmen überlagert sind. Noch schlimmer ist, wenn sie diese alten Paradigmen mit Intuition oder sogar Liebe verwechseln. Das sind alles völlig unterschiedliche Aspekte – völlig unterschiedliche Dynamiken und haben den Ursprung in völlig anderen Quellen.

Echte Intuition hat nichts – aber auch gar nichts – mit Emotionen zu tun. Sie sind ein energetischer „Wink mit dem Zaunpfahl“, wie oder was wir tun sollten, um unsere tiefer liegenden Wünsche und Visionen zu erreichen. Die Intuition ist die Sprache der Seele und tritt in Form von Gedankenblitzen, oder einem „bestimmten Drang etwas zu tun“ zu Tage (und da gibt es sicher noch viele andere Formen).

Um meiner Intuition zu folgen (oder erst einmal sie zu bemerken) kann ich 2 Dinge tun: 1. Offen sein! (Im Gegenteil zu einer Emotion, die uns – je stärker sie ist – kaum Freiheiten lässt) Je weniger man vorgefertigte Meinungen hat, je mehr man „sein lassen kann“, desto offener ist der Einzelne. 2. Verstärke Deine Visionen! Je eher Dein Unterbewusstsein weiß, wohin es Dich lenken soll, desto eher kann es Dir Intuitionen schicken.

Emotionen überkommen uns meist und haben unterschiedliche Gründe zu Tage zu treten. Wut ist eine Emotion, die entstehen kann, wenn unser „Gerechtigkeitsprogramm“ aktiviert wird. Freude kommt auf, wenn wir Dinge und Situationen in positivem Licht sehen. Begeisterung kann entstehen, wenn entweder unser Lieblings-Fussballverein Deutscher Meister wird – oder wir einen großen Geschäftsabschluss getätigt haben … . Emotionen entstehen oft durch äußere Anlässe und werden durch unser Grundmuster definiert, denn nicht jeder wird sich freuen, wenn eben dieser Verein „Deutscher Meister“ wird. Somit liegt das hervorbringen solcher Emotionen nicht in der Tatsache an sich, sondern wie ich dazu stehe.

Werden aber nun diese Emotionen mit Intuitionen verwechselt (z.B. Flucht, die durch zu viel Nähe oder aber auch Unwissen und vielen anderen Dingen ausgelöst werden kann), ist der Grund der Handlung ein komplett anderer. Es ist schon ein Unterschied, ob mir meine Intuition sagt, dass ich doch mal wieder in das Bistro gehen soll – oder mein sinkender Alkoholspiegel … . Ansich kein Problem – es sei denn man begründet es damit.

„Höre auf Dein Herz…“ – das kennt jeder; und es stimmt auch, wenn es das Herz ist und nicht ein altes Paradigma oder eine tief sitzende Emotion, die sich Platz macht. Unser Herz vergibt, verzeiht, trägt nicht nach, versteht Alles und Jeden – auch das bitte nicht mit Leidenschaft verwechseln! Liebe, Verliebtheit & Leidenschaft KÖNNEN zusammengehören – müssen es aber nicht!

Warum ist das alles wichtig zu wissen? Ganz klar: Weil ich nur, wenn ich selbst meine eigenen Beweggründe kenne, ehrlich zu mir sein kann! Weil ich mich nur dann entwickeln kann, wenn ich meine Handlungsgründe kenne – und weil ich nur dann offen und ehrlich meinem Freund sagen kann, wie ich die Dinge sehe, wenn ich meine Wahrnehmung schärfe und keine vorgefertigte Meinung wiedergebe!

Das bedeutet auch alles nicht, dass man Jedem seine „Wahrnehmung“ oder Meinung sagen sollte – ganz und gar nicht. Es bedeutet aber, dass man sich im Klaren sein sollte, welche Brille man selbst auf hat, ob man anderen nach dem Mund redet oder einfach in Ruhe seine Wahrnehmung mitteilt (insbesondere bei guten Freunden finde ich das eine sehr wichtige und wesentliche Eigenschaft … denn wenn einem der Freund nicht sagen kann, was er empfindet, welche Befürchtungen/ Wahrnehmungen er hat – wer dann?!).

Aus diesem Grunde ist es manchmal ganz gut zu fragen: „Sag mal – welcher Teil von Dir meint das?“ Und wenn man dann einen komischen Blick erntet besteht die Möglichkeit, dass unser Gegenüber (und am besten auch wir selbst) einmal nachdenkt und reflektiert….

Ihr/ Euer

Dirk (Jakob)

6 Kommentare zu „Das ist doch alles das Gleiche ….

  1. Schöner Artikel! Danke, lieber Dirk. Was „das Herz“ ist, wird ja gerne als so ein Gefühl in der Brust verstanden und artikuliert.

    Eine andere Gestik stellt sich ein, wenn es nur rein sprachlich als „das Unterbewusstsein“ übersetzt wird. Für mich wird dabei deutlich — wie Du so schön schreibst, dass da tiefsitzende Emotionen beteiligt sein können — wie wichtig es ist, das eigene Unterbewusstsein mit nützlichen Zielen zu füllen, statt mit unnützen Erinnerungen. Ahoi!

  2. Ich schließe mich an: schöner Artikel! Oft jedoch fehlt die Selbstreflektion schon bei Therapeuten oder Pädagogen. Deshalb Glückwunsch an Jeden, der es als eine eigene Notwendigkeit sieht, sich selbst und seine Meinungen zu hinterfragen. – Weiter so! Wahres Selbstbewusstsein fängt genau hier an! LG Monika

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