Wird Leistung belohnt?! Nicht immer …

Jetzt werden sich einige denken: Was hat er denn jetzt? Wie kommt er denn darauf? Das möchte ich hier erklären, denn überlegen wir uns doch einmal, wer alles viel leistet und NICHT entsprechend monetär belohnt wird. Ich rede hier jetzt also vor allem für die Leistung, die ge- und bezahlt wird. Das „Konto im Himmel“ möchte ich an dieser Stelle außen vor lassen (aber das allein wäre auch mal einen Blog wert), denn meiner Überzeugung nach gibt es so etwas auch und es wird in verschiedenen „Währungen“ – je nach Glaube und Kultur – ausgezahlt und angespart: das reine Gewissen, gutes Karma, Vertrauen, der ruhige Schlaf, das vorbehaltlose Lächeln, Freundschaften (keine Seilschaften), das Gefühl, „mit der Welt und den Menschen im Reinen zu sein“, usw. .

Also, lassen wir uns über Leistung reden, die „bezahlt“ wird. Damit kommen wir direkt auf ein in diesem Zusammenhang wichtiges Thema: Wem ist Was etwas wert? Ich möchte und kann an dieser Stelle lediglich meine persönliche Meinung geben – einen Anspruch auf „Wahrheit“ erhebe ich sicher nicht.

So finde ich es eine enorme Leistung, die viele Menschen in der (Alten-)Pflege leisten, Mütter, die sich über viele Jahre in den ersten Jahren teilweise 24 Stunden am Tag zur Verfügung stellen; gute Lehrer und Pädagogen; Sozialarbeiter; Entwicklungshelfer; Arbeiter der Müllabfuhr; Streetworker & Kindergärtnerinnen, die ihren Beruf wirklich als Berufung (und nicht als Job, der gefragt ist) betrachten; Krankenpfleger etc. – sicher keine Liste die Anspruch auf Vollständigkeit hat – unterbezahlt. Sie leisten (aus meiner Sicht um es noch einmal zu betonen) wirklich enorm viel und werden schlecht bezahlt!

Jetzt möchte ich es auch nicht in eine gesellschaftliche Diskussion ausarten lassen – Motto „An der Höhe der Bezahlung kann man erkennen, was der Gesellschaft wie viel wert ist – und daran kann man deutlich sehen, welchen Wert sie als solches hat“. Na dann: Herzlichen Glückwunsch! Wenn ich mir überlege was einzelne „Showstars“, Sänger, Schauspieler oder Sportler verdienen. Dann scheint der Großteil der Gesellschaft aus kleinen, meist ungebildeten Möchtegernsängern/ Möchtegernschönheiten/ Castingshowteilnehmern mit Selbstdarstellungsdrang, Showmastern mit der Verpflichtung zur Oberflächlichkeit zu bestehen. Das ist nicht die Welt, in der ich leben möchte!

Und jetzt kommt aber das wirklich Wichtige: Ich kann nicht einfach nur dagegen sein und erwarten, dass sich etwas ändert! Oftmals verstecken sich sogenannte Idealisten hinter einer Weltfremdheit, die die Gesellschaft und ihr Umfeld leugnet, in der wir leben. „Was wäre wenn …“ ist zwar schön drüber nachzudenken, für die  eigene Planung wichtig – aber nur dann, wenn sie in der „Realität“ wurzelt. Wenn ich etwas ändern will muss ich sowohl das „Hier und Jetzt“ sehen und erkennen als auch das Ziel, zu dem ich möchte. Ohne diese beiden Ausgangspunkte kann keine (Handlungs-)Richtung vorgegeben werden. Egal wo und wie – diese 2 Punkte braucht es immer, um „den Kurs zu bestimmen“.

Wir werden also nicht nur für Leistung bezahlt, die wir bringen, sondern vor Allem nach „klugem Tun“! Dieses kluge Tun allein reicht sicher auch nicht, denn hier kommt die Intensität des Tun´s hinzu, die „Menge des Tun´s, der Fleiß, die Ausdauer“. Wichtig ist aber genauso zu erkennen, dass nicht JEDER Fleiß finanziell ähnlich belohnt wird (siehe oben: Altenpfleger usw.).

Wenn also Arbeitnehmer sagen, dass sie viel leisten, ist das wahrscheinlich in den meisten Fällen richtig; und wenn sie sich beschweren, dass sie zu wenig verdienen, dann kann das auch zutreffen – aber SIE HABEN ES SICH (in der Regel) AUSGESUCHT! Die Verantwortung an Gewerkschaften, „bessere Zeiten“ oder Sonstwen abzugeben kann zwar den Blick in den Spiegel trüben – aber er schützt keinen vor den Konsequenzen des eigenen Tuns´s und Versagens.

Klingt zwar hart und scheint auch nicht gerecht (wie gesagt, dass meine ich auch!): aber man sollte es anerkennen, damit man nicht ein Leben lang unglücklich ist! Ich kann mich nicht in eine vorgegebenes System begeben und mich im Nachhinein über die dort herrschende Systematik beschweren – oder ich stecke Energie (Fleiß) hinein, um etwas zu ändern! Aber auch da sollte ich wissen, dass das meist schlecht oder gar nicht monetär entlohnt wird!

WAS Leistung ist, wird unterschiedlich definiert. Es hat vor allem in erster Linie nichts mit dem Einsatz von Zeitquantität zu tun. Die Qualität der Leistung, die Werthaltigkeit ist wesentlich! Wenn ich Schneiderin bin und in ein Angestelltenverhältnis gehen möchte, MUSS ich wissen, was mein Tun dem Arbeitsgeber wert ist. WICHTIG: Das kann und braucht nichts mit der eigentlichen Leistung zu tun haben, die wesentlich höher sein kann! Das was gezahlt wird, ist das, was der ARBEITGEBER bereit ist für diese Leistung zu bezahlen! Erkennt das an und werdet frei; man wird locker und gesünder, weil man nicht in die Beschuldigung geht!

Wir sollten uns überlegen, ob wir das, was wir tun, aus Lust tun und nichts erwarten, oder ob es unser Ziel ist, auch und vor allem Geld zu verdienen. Was unterscheidet den Künstler vom Bankangestellten? Was erwartet der Bankangestellte: Geld dafür zu bekommen, angestellt zu sein, ehrlich zu beraten oder das zu tun, was man ihm vorgibt?!

Wo legen wir einen alten Maßstab an und erwarten in der Neuzeit einen entsprechenden Ausgleich? Ist das, was unsere Eltern gelernt haben und damals einen entsprechenden „Wert“ hatte, heute noch das gleiche wert? Wo kann ich nicht von ideellem und monetärem Wert unterscheiden?!

Nochmals: der ideelle Wert ist meines Erachtens MINDESTENS genau so wichtig, wie der monetäre. Was ich ansprechen und zu bedenken gebe, ist, dass das nicht verwechselt oder sogar eingefordert wird – das bringt nur Frust und Magengeschwüre …

Ist es (mir oder/ und anderen) EGAL, was ich leiste um erfolgreich zu sein? Wo glaube ich das LEISTUNG im Vordergrund steht und ich sie nicht nach meinem Maßstäben, sondern denen, die dafür bezahlen, definiere? Habe ich ein MASS dessen, was ICH als Leistung betrachte, was die Gesellschaft als solche sieht und was besonders belohnt wird? Was tue ich, von dem ich ANNEHME, dass es besonders gut belohnt werden sollte, es allem Anschein nach (Blick auf den Kontostand) nicht so ist?

Beispiel: Wenn ich meine, dass mein Job als Polizist wesentlich besser bezahlt werden müsste, es aber nicht so ist, dann kann ich mich aufregen und dagegen angehen – es wird nichts nützen. Ich kann zwar INNERHALB des Systems Karriere machen und versuchen für Lohnerhöhungen zu kämpfen. Aber mal Hand auf´s Herz: Ist mit einer Verdoppelung oder Verzehnfachung zu rechnen? Eher nicht … ! Wenn ich also mehr Geld haben möchte, muss ich auch schauen, was entsprechend bezahlt wird und es dann mit meinen Fähigkeiten, Möglichkeiten (die auch geschaffen werden können) und meinem moralischen Anspruch kombinieren. Ich muss das Spielfeld wechseln!

Dem Satz „finde das was Du liebst und Du wirst damit Geld verdienen“ ist damit nicht widersprochen, denn hier geht man von einem komplett anderen Ansatz aus. Bei diesem – sicher richtigen Gedankengang – spielt vor allem eine Rolle, dass man nicht nach vorgegebenen Parametern handelt, sondern selbst neu erschafft. Also: hier wird nicht gefragt „Was soll ich tun?“ und danach wird unter Alternativen ausgesucht, sondern die Ausgangsfrage lautet „Wer will ich sein und welches Leben möchte ich führen?“. Im Anschluss daran kreiert man sich eine Tätigkeit und bei ständigem TUN, Spezialisierung auf ein Thema, Durchhaltevermögen etc. wird man irgendwann auch monetär erfolgreich. Das zu tun ist sicher der Königsweg!

Dieser Blog soll allerdings mehr aufwecken und diejenigen (und das sind schätzungsweise 90 % der Berufstätigen), die in „normalen Berufen“ arbeiten, sich nach „alten Regeln“ und Tipps ihrer Eltern richten („Handwerk hat goldenen Boden“ oder „Wer eine feste Anstellung hat lebt sicher“ uvm.) und darauf hoffen, dass sich etwas ändert, eben innehalten und sagen „STOP – bin ich auf dem richtigen Spielfeld?!“

Also: Hoffen Sie noch oder überlegen Sie schon?! Denken Sie noch, dass es „unfair“ ist nur so gering bezahlt zu werden, oder richten Sie sich nach Erfolg – versprechenden Tätigkeiten aus?!

Denn es wäre um jeden Monat schade, den man in seinem Leben verschenkt und einen garantiert immer weiter in eine Richtung führt, die sicher nicht die Lösung ist!

Bei der Suche wünsche ich Ihnen viel Erfolg!

Ihr/ Euer

Dirk (Jakob)

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